Im Zuge der landesweiten Razzia stellte die Polizei am Donnerstag zahlreiche Datenträger sicher. Eine Untersuchungsmaßnahme fand dabei auch in Haltern statt. © picture alliance / dpa
Polizeieinsatz

Kinderporno-Razzia in Haltern: Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt

Bei einem landesweiten Einsatz gegen Kinderpornographie wurde am Donnerstag auch eine Wohnung in Haltern durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen in den USA.

In mehreren Städten Nordrhein-Westfalens hat es am Donnerstagvormittag (3. Dezember) Durchsuchungen gegeben. Der Verdacht: Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften. Laut einer Pressemitteilung der zuständigen Staatsanwaltschaft Köln gab es auch eine Durchsuchung in Haltern. Die Behörde hatte insgesamt Durchsuchungsbeschlüsse gegen 56 Beschuldigte erwirkt. 41 Objekte wurden landesweit durchsucht.

Details zu der Durchsuchungsmaßnahme in Haltern sind bislang nicht bekannt. „Zu den Untersuchungen in den jeweiligen Orten werden wir keine näheren Auskünfte erteilen“, machte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Köln, auf Anfrage unserer Redaktion deutlich.

Kein Zusammenhang mit Einsatz vom Mittwoch

Im Rahmen der landesweiten Durchsuchungen seien über 330 Datenträger sichergestellt worden. Einzelne Beschuldigte haben sich bereits geständig eingelassen, hieß es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. Darüber hinaus hätten sich Anhaltspunkte zu weiteren Straftaten (unerlaubter Besitz von Schusswaffen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz) ergeben. Die Ermittlungen und Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauerten an.

Auch bei dem SEK-Einsatz am Mittwoch in Haltern wurden Waffen und Drogen gefunden. Fest steht aber: Einen Zusammenhang zu diesem Fall gibt es laut Polizei nicht.

Die Durchsuchung der insgesamt 41 Objekte war in enger Abstimmung mit den örtlichen Polizeidienststellen im Rahmen einer koordinierten Aktion durchgeführt worden. Die Maßnahmen richteten sich gegen Beschuldigte, die sich vor allem über soziale Netzwerke kinderpornographische Inhalte verschafft haben sollen. Haftbefehle seien nicht vollstreckt worden.

Organisation aus den USA

„Die Ermittlungsmaßnahmen resultieren nicht aus der „EG Berg“ oder dem Münsteraner Ermittlungskomplex „EK Rose“, sondern beruhen überwiegend auf Mitteilungen des National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC). Hierbei handelt es sich um eine Organisation aus den USA, die Hinweise im Zusammenhang mit Straftaten gegen Kinder entgegennimmt und sie an die für die weiteren Ermittlungen zuständigen Behörden in den USA und im Ausland weiterleitet“, stellte die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung außerdem klar.

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Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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