Kirchliche Eheschließungen: Corona-Krise sorgt für heftigen Einbruch

mlzTrauungen in Haltern

Die Auflagen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben das Heiraten zuletzt unattraktiv gemacht. Auch in Haltern wurden etliche Termine verschoben.

Haltern

, 26.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist der Tag der Tage für viele Menschen. Vor allem junge Pärchen fiebern ihrer Hochzeit entgegen. Ob ganz in Weiß, in der Kirche oder im Freien – für die perfekte Trauung haben Braut und Bräutigam oft ganz unterschiedliche Vorstellungen. Mindestabstand, Mundschutz und keinerlei Händeschütteln dürfte aber bei den Wenigsten auf der Wunschliste gestanden haben.

So ist es wenig verwunderlich, dass auch in Haltern am See die Zahl der kirchlichen Trauungen in diesem Jahr deutlich niedriger als in den Vorjahren ausfällt.

Pläne ins nächste Jahr verschoben

In der katholischen Kirche habe es in diesem Jahr bisher erst drei Trauungen gegeben, berichtet Britta Stenner von der Zentralrendantur auf Anfrage: „Die strengen Auflagen und Kontaktbeschränkungen haben dazu geführt, dass viele Paare ihre Pläne auf das kommende Jahr verschoben haben.“

Ähnlich stellt sich die Situation bei der evangelischen Kirche dar. Pfarrer Karl Henschel: „Wir hatten 20 Anmeldungen für dieses Jahr. Es hätte ein Rekordjahr werden können, aber bislang hat leider noch keine Trauung stattgefunden.“ Drei Trauungen habe er für 2020 noch in seinem Kalender stehen. „Erfreulich ist, dass wir nun für 2021 schon 25 Anmeldungen haben.“

Deutschlandweit geht die Zahl der kirchlichen Trauungen laut Statistikern seit Jahren zurück. Ein deutlicher Trend ist in Haltern seit 2012 weder bei der katholischen noch bei der evangelischen Kirche zu erkennen.

Für die katholische Kirche war das Jahr 2018 mit 64 Trauungen ein Rekordjahr. 2019 gab es nur noch 33 Trauungen und damit deutlich weniger als in den Vorjahren, in denen fast immer deutlich über 40 Paare das heilige Sakrament der Ehe empfangen haben.

Einen ungewöhnlichen Einbruch gab es 2017 sowohl bei der katholischen Kirche (25 Trauungen) als auch bei der evangelischen Kirche (4 Trauungen). „Warum das so war, das kann ich mir nicht erklären“, sagt Pfarrer Karl Henschel. Besonders gut lief es für die evangelische Kirche 2013 mit 19 Trauungen. 2015 gab es nur 10 Trauungen. Henschel: „Einen richtigen Trend kann ich mit Blick auf die letzten Jahren nicht erkennen.“

Fest steht: In diesem Jahr wird die Kurve in der Statistik wieder nach unten zeigen. Die Gründe liegen auf der Hand. „Viele möchten diesen Tag in großer Gesellschaft feiern, aber das war zuletzt über viele Monate nicht oder nur begrenzt möglich. Die Lockerungen kommen uns nun allmählich wieder entgegen“, so Henschel.

Seit dem 15. Juli sind in NRW unter gewissen Auflagen private Hochzeitsfeiern mit bis zu 150 Gästen wieder erlaubt. „Begrenzt bleibt hingegen weiterhin die Anzahl der Plätze in der Kirche“, so Pfarrer Henschel. Bei Messen in der Erlöserkirche dürften aktuell zum Beispiel insgesamt nur 85 Menschen teilnehmen.

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