Kojoten und Huskies: Halterner Ehepaar auf abenteuerlicher Reise in der Natur Kanadas

mlzReise in die Kälte

Bei Temperaturen von unter minus 30 Grad erlebte das Halterner Ehepaar Wolfgang und Christel Koehler im Februar die kanadische Wildnis und hatten spannende Begegnungen.

Haltern

, 21.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine Reise in die Kälte: Wolfgang und Christel Koehler verbrachten im Februar drei Wochen im kanadischen Whitehorse. Temperaturen unter minus 30 Grad gehörten dazu.

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Besuch beim Yukon Quest in Kanada

Wolfgang und Christel Koehler reisten im Februar bei bis zu minus 30 Grad ins eiskalte und tief verschneite Kanada. Ein Besuch beim härtesten Schlittenhunderennen der Welt, dem Yukon Quest, zählte zu den Höhepunkten der Reise.
21.03.2020
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Musher Alan Moor am Yukon River© Wolfgang Koehler
Zielankunft beim Yukon Quest© Wolfgang Koehler
Musher Olivia Webster© Wolfgang Koehler
Nordlichter in Kanada© Wolfgang Koehler
Michelle Phillips im Ziel© Wolfgang Koehler
Eisbrocken am Yukon© Wolfgang Koehler
Schneeräumer am South Klondike Highway© Wolfgang Koehler
Trapperhütte am Yukon© Wolfgang Koehler
Gefrorener Wasserfall© Wolfgang Koehler
Kojote auf dem Highway© Wolfgang Koehler
Karibu© Wolfgang Koehler
Bergwelt im Norden Kanadas© Wolfgang Koehler
Schlittenhund im Einsatz© Wolfgang Koehler
Polarfuchs© Wolfgang Koehler

„Wir sind am 4. Februar über London nach Vancouver geflogen“, berichtet Wolfgang Koehler. Der Halterner und seine Frau sind seit vielen Jahren auf Trips rund um den Globus unterwegs, von den Reisen bringt Wolfgang Koehler immer wieder beeindruckende Fotos mit nach Haltern, wo er auch schon Fotobücher und Kalender gestaltet hat.

Diesmal also der hohe Norden. „Dafür haben wir uns bewusst entschieden“, sagt Wolfgang Koehler. „Wir wollten mal in die Kälte, wollten die einzigartige unberührte Winterlandschaft und die Weite in absoluter Ruhe und Stille genießen.“ Schon vor Reiseantritt rüsteten sich die beiden Halterner mit Winterschutzkleidung aus.

Zwei Paar Handschuhe waren Pflicht

Bei ihrer Ankunft herrschten noch moderate Temperaturen von etwa drei Grad minus vor. „Die fielen dann aber schnell auf unter minus 30 und es schneite teilweise 30 bis 40 Zentimeter am Tag“, sagt Wolfgang Koehler. Zwei Paar Handschuhe waren Pflicht. „Wenn man die auszog, um ein Foto zu machen, waren die Fingerkuppen innerhalb von 20 Sekunden steif.“

Von ihrer Hütte aus brachen Wolfgang und Christel Koehler zu unterschiedlichen Touren auf, besuchten Nationalparks und fuhren bis Alaska. „Ich habe noch nie so viele Schneepflüge gesehen wie dort auf dem Highway“, sagt Wolfgang Koehler. Und auch unverhoffte Begegnungen blieben nicht aus: „Da stand plötzlich auf dem Highway ein Kojote nur zwei Meter vor unserem Auto, der erst weglief, als sich ein Lkw näherte“, sagt Wolfgang Koehler. Wegen der Gefahr von Lawinenabgängen waren die Autofahrten außerdem nicht ganz risikofrei.

Ein Polarfuchs kreuzte den Weg des Ehepaares in Kanada.

Ein Polarfuchs kreuzte den Weg des Ehepaares in Kanada. © Wolfgang Koehler

Höhepunkt ihrer Reise war der Besuch des Zieleinlaufs des „Yukon Quest“. Dieses wohl härteste Schlittenhunderennen der Welt führt über 1000 Meilen von Fairbanks in Alaska nach Whitehorse in Kanada.

„Routine und Strategie bestimmen das Rennen, häufig wird vier Stunden gefahren, vier Stunden gerastet“, so Wolfgang Koehler. „Hier sind minus 40 Grad keine Seltenheit. Die Schlittenführer (Musher) und Tiere schlafen auf Stroh oder einer Zeltplane. Bei jeder Rast werden als erstes die Vierbeiner gefüttert, das Fell und der Allgemeinzustand kontrolliert. Der Musher versorgt sich selbst, macht ein gelegentliches Nickerchen. An bestimmten Rastpunkten müssen, so die Vorschrift, mindestens sechs Stunden Pause eingelegt werden. Im kanadischen Dawson City wird eine 36-Stunden-Rast für Mensch und Tier verlangt.

Die 1000-Meilen-Strecke (1600 km) hat ihren Namen als „Autobahn des Nordens“ durch den Fluss Yukon erhalten. Auf dieser historischen winterlichen Route sind bereits vor 120 Jahren Goldsucher, Abenteurer, Fracht- und Postfahrer im sogenannten Klondike unterwegs gewesen“, beschreibt Koehler.

Interviews mit den Schlittenhundeführern

Wolfgang Koehler nutzte die Gelegenheit, beim Zieleinlauf in Whitehorse mit den Teilnehmern zu reden. „Sie berichteten von zum Teil sehr harten Bedingungen“, sagt er. „Es waren übrigens mehrere Frauen unter den 15 Teilnehmern, die in diesem Jahr auf die Strecke gegangen sind.“

Die Musher sind mit 10 bis 14 Huskies unterwegs. Trotz der Strapazen, für sie alle zählt das Alleinsein in der Natur, die Arbeit mit ihren Huskies. Tagelang nur Elche zu sehen und Wölfe zu hören, findet beispielsweise die 30-jährige Amerikanerin Ryane Olson faszinierend. Und sie meint: „Eine Fahrt auf dem Highway ist gefährlicher.“

Wolfgang und Christel Koehler sind mit vielen bleibenden Eindrücken von ihrer Tour zurückgekommen. „Wir fanden es so toll, dass wir uns vorgenommen haben, jetzt öfter den Winter für unsere Reisen zu nutzen“, sagt Wolfgang Koehler. „Wir würden demnächst gern mal nach Lappland oder Nord-Norwegen reisen.“ Und sicher werden sie auch wieder spannende Fotos im Gepäck haben.

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