Kreis erhält mehr Biontech-Impfstoff - freie Termine für Bürger ab 80

Corona-Pandemie

Der Kreis hat zwar weniger Corona-Impfdosen Astrazeneca, dafür aber fast die doppelte Menge an Biontech-Impfstoff bekommen. Das bedeutet: Mehr Bürger können nun einen Termin vereinbaren.

Haltern/Recklinghausen

24.03.2021, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Helfer bereitet Impfstoff gegen Covid-19 von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor.

Ein Helfer bereitet Impfstoff gegen Covid-19 von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor. © dpa

Das Land Nordrhein-Westfalen hat mit einem neuen Erlass das weitere Vorgehen für die Impfungen auch für den Kreis Recklinghausen festgelegt. Mit dabei ist auch die Planung der Impfstofflieferungen und Zuteilung nach Kreisen und kreisfreien Städten. Das hat der Kreis Recklinghausen jetzt in einer Mitteilung erklärt. Demnach wurden in der vergangenen Woche rund 2000 Impfdosen Astrazeneca weniger als geplant bereitgestellt. Zwar gebe es in dieser Woche keine neue Lieferung von Astrazeneca. Dafür stehe aber fast die doppelte Menge an Biontech zur Verfügung, erklärte eine Sprecherin des Kreises.

Kurzfristig einen Termin vereinbaren

Der Erlass regele ebenfalls, wer mit welchem Impfstoff immunisiert werden dürfe. „Biontech ist nur für Personen über 80 Jahren vorgesehen“, so der Kreis. Das bedeute, dass weitere Termine für Biontech-Impfungen für Senioren ab 80 Jahren angeboten werden könnten. „Wer 80 Jahre oder älter ist und noch keinen Termin für eine Erstimpfung hat, sollte nun die Chance nutzen und kurzfristig einen Termin vereinbaren“, sagt Patrick Hundt, Leiter des Impfzentrums.

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Dies geht ab sofort nur noch telefonisch über die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) unter Telefon 0800/11 61 17 02. Wichtig: Die Impfungen der über 80-Jährigen sind noch nicht abgeschlossen, Personen ab 70 Jahren können noch nicht geimpft werden. Sie werden informiert, sobald sie an der Reihe sind. Wer dennoch einen Termin buche, werde am Impfzentrum abgewiesen.

Richtigen Anmeldeweg beachten

Ebenfalls nicht geimpft werden können Personen der impfberechtigten Berufsgruppen, die ihren Termin über die KVWL buchen. „Den richtigen Anmeldeweg zu nutzen, ist sehr wichtig, da wir entsprechend der Termine Impfstoff abrufen“, erklärt Hundt. Eine freie Impfstoffwahl gebe es nicht - das Land gebe klar vor, wer mit welchem Impfstoff geimpft werden dürfe.

Antrag auf Höchstpriorisierung muss gestellt werden

Wer wegen seiner medizinischen Situation früher geimpft werden sollte, muss nach Angaben des Kreises einen dritten Weg nutzen. Das Land sehe vor, dass zunächst ein Antrag auf „Höchstpriorisierung“ bei der Kreisverwaltung gestellt werden müsse. Wenn dieser positiv beschieden werde, bekämen die Personen direkt einen Termin von der Kreisverwaltung. „Höchstpriorisiert werden können nur medizinische Härtefälle, für die eine Impfung in den nächsten Wochen nicht mehr möglich ist, zum Beispiel wegen einer anstehenden Chemotherapie oder Organtransplantation“, hieß es.

Personen, die wegen chronischer Erkrankungen in der Impfreihenfolge vorgezogen werden, aber nicht zu den höchstpriorisierten Härtefällen gehören, werden laut Land voraussichtlich im April bei ihrem Arzt geimpft werden. Eine vorgezogene kurzfristige Impfung im Impfzentrum sei nicht möglich.

Astrazeneca-Impfungen sind sichergestellt

Sichergestellt sind die Impfungen im Impfzentrum mit Astrazeneca, erklärt die Kreisverwaltung. „Alle Termine, die vereinbart wurden, können erfüllt werden – und auch die Impfungen, die in der letzten Woche durch den Impfstopp von Astrazeneca ausgefallen waren, werden in dieser Woche nachgeholt“, versprechen die Verantwortlichen. Dazu hätten alle, deren Termine abgesagt werden mussten, bereits am Samstag eine E-Mail erhalten. Ihre Termine wurden für die gleiche Uhrzeit eine Woche später umgebucht. Natürlich seien individuelle Terminvereinbarungen möglich, wenn dieses Datum nicht passe.

Impfungen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe finden statt

Ebenfalls stattfinden können in dieser Woche Impfungen in den Einrichtungen der Eingliederungshilfe, zum Beispiel in Behindertenwerkstätten oder besonderen Wohnformen. Für diese Impfungen sieht der Erlass des Landes den Impfstoff Moderna vor. Rund 3.500 Impfdosen stehen für den Kreis Recklinghausen zum Abruf bereit. Geimpft wird in diesen Einrichtungen mobil vor Ort.

Ursprünglich war für die Einrichtungen der Eingliederungshilfe der Impfstoff Astrazeneca vorgesehen, der nun für die mobilen Impfungen an Schulen und Kitas genutzt werden kann. „Zuerst waren wir durch die geringen Impfstoffmengen davon ausgegangen, dass wir die Impfungen der Mitarbeiter an den Schulen und Kindergärten erneut nicht durchführen können. Doch durch den vorgegebenen Wechsel des Impfstoffs in den Einrichtungen der Eingliederungshilfe ist es nun glücklicherweise doch möglich“, freut sich der Leiter des Impfzentrums Patrick Hundt.

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