Land zahlt zu wenig - Stadt trägt die Hauptlast

Kinderbetreuung

HALTERN Der Kommunale Spitzenverband schlägt Alarm: Die Umsetzung des Krippenausbaus mit einem Rechtsanspruch für Ein- bis Zweijährige bis 2013 sei gefährdet.

von Von Silvia Wiethoff

, 13.10.2009, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ähnlich wird die Lage auch vor Ort eingeschätzt. Allerdings sträubt sich Egbert Willecke vom städtischen Fachbereich Jugend und Familie davor, wie der Spitzenverband mit Zahlen zu argumentieren. Bundesweit werde der Bedarf auf bis zu 1,3 Mio. Plätze steigen, ist einer Mitteilung des Gemeindebund Infodienstes zu entnehmen. „Mit Zahlen zu operieren ist schwierig, da die notwendige Ausbaustufe noch gar nicht geklärt ist“, teilte dagegen Willecke für die Verwaltung mit. Derzeit ständen in Haltern für etwa 21  Prozent der unter Dreijährigen Betreuungsplätze zur Verfügung. Diese seien in der Regel gut belegt.

Die vom Rat beschlossene Quote von 25  Prozent im Kindergartenjahr 2010/11 werde auf jeden Fall erreicht. Danach aber sei der Bedarf noch völlig offen. Zwar steige der Bedarf auch in Haltern stetig an. Dennoch sei die Situation nicht einfach mit der anderer Städte zu vergleichen, wobei der Faktor „Familiärer Zusammenhalt“ eine große Rolle spiele. „Wir müssen aber nicht in eine Glaskugel schauen, um Veränderungen absehen zu können“, so Willecke. Der sich verändernde Arbeitsmarkt werde sich zum Beispiel auch in Haltern auf die Angebote der Kindergärten auswirken und zum Beispiel Einfluss auf die Betreuungszeiten nehmen.

Bisher habe man bis auf eine Handvoll spezielle Wünsche alle Bedürfnisse von Erziehenden abdecken können. Rund 1270 Kinder würden zur Zufriedenheit versorgt. Wenn über eine Ausweitung des Betreuungsangebotes nachgedacht werde, sei auch die Politik im Boot. Willecke machte klar, dass das Land den Kommunen nicht noch mehr Lasten aufbürden kann.

„Wer die Musik bestellt hat, der muss sie auch bezahlen“, knüpfte er daran an, dass die Länder den Rechtsanspruch für unter Dreijährige über den Bundesrat beschlossen haben. Nicht im Trend liegt Haltern übrigens in Sachen Erzieherinnen. Während es bundesweit zu wenig gibt, kann in Haltern meist jede Stelle zügig besetzt werden. Das gute soziale Klima und die nette Lage sprächen für sich, urteilte Willecke.

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