Leere Plätze in Haltern: Das Coronavirus greift in unseren Alltag ein - fast überall

mlzSpielplätze gesperrt

Momentaufnahme an einigen Treffpunkten in der Stadt. Erster Eindruck: Es ist merklich ruhiger geworden, doch die Verbote werden nicht überall eingehalten.

Haltern

, 19.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und es geht doch: Am Donnerstagnachmittag ist es rund um den See in Haltern merklich ruhiger geworden. Sogar auf dem Spielfeld im Westufer Park ist so gut wie nichts los. In den Tagen zuvor tummelten sich hier noch größere Gruppen von Jugendlichen.

Auch auf dem Spielfeld im Westufer Park war es ruhiger.

Auch auf dem Spielfeld im Westufer Park war es ruhiger. © Silvia Wiethoff

Diesmal ist nur ein junger Vater hier anzutreffen, der mit seinem 18 Monate alten Sohn frische Luft atmet. Eigentlich ist das ja auch eine sinnvolle Beschäftigung, wenn die Mietwohnung nur über einen kleinen Balkon verfügt. Wenn man, wie der Halterner, als Außendienstmitarbeiter für Putzmaterialien Altenheime und Krankenhäuser besucht, hat man außerdem gerade sehr viel Zeit.

Frische Luft tanken, ist gesund, aber zurzeit nicht in der Gruppe

Vater und Sohn haben einen kleinen Ball dabei und vom Hinweis der Stadt, dass ein Betretungsverbot auch für diesen Platz am See verhängt wurde, zunächst nichts gesehen. Tatsächlich ist dieser Hinweis nicht gerade ein Hingucker, in DIN A4-Format versteckt er sich an einem der Tore.

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Drei junge Männer, die sich offensichtlich auf dem Spielfeld verabredet haben, lesen zwar den Verbotshinweis, lassen sich davon aber nicht vom gemeinsamen Sport auf dem Platz abhalten. Vorher geben sie sich noch zur Begrüßung die Faust. Sie sind fit, eindeutig nicht mehr minderjährig, aber offensichtlich unsolidarisch.

Die Stadt Haltern appelliert an die Vernunft ihrer Bürger

Viel dagegen unternehmen kann die Stadt nicht. Nur stichprobenartig werden die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes kontrollieren können, ob die Verfügung der Verwaltung eingehalten wird. Das teilte Pressesprecher Georg Bockey (auch in Homeoffice) auf Anfrage mit. „Wir können hier erst einmal nur an die Vernunft appellieren“, erklärte er. Was solle man auch nach all den Weckrufen der Bundeskanzlerin oder auch führender Virologen noch warnend sagen?

An diesem Hobby ist auch in der Coronakrise nichts auszusetzen. Das Bild entstand am Mühlenbach in der Nähe von Schloss Sythen.

An diesem Hobby ist auch in der Coronakrise nichts auszusetzen. © Silvia Wiethoff

An anderen Standorten in der Stadt herrscht glücklicherweise so gut wie gar kein Betrieb mehr. So blickt nur eine Person bei einer Pause an den Seeterrassen über das Wasser zur Halbinsel. Vermutlich ist hier auch so wenig los, weil die Gastronomiebetriebe (Zur Kajüte und Kombüse) wie eine große Zahl weiterer Lokale in der Stadt geschlossen sind. Insofern ist das schmerzliche Opfer, das von den Gastronomen gebracht wird, nicht umsonst.

Gähnende Leere auf dem Spielplatz am Dorfplatz in Sythen.

Gähnende Leere auf dem Spielplatz am Dorfplatz in Sythen. © Silvia Wiethoff

Auch der Spielplatz am Dorfplatz in Sythen ist wie leer gefegt. Üblicherweise ist dieser ein Magnet für junge Eltern mit ihren Kindern. Während die Kleinen spielen, bietet sich immer die Möglichkeit für Kontakt und Austausch.

In der Stadtmitte wirken die Straßen schon seit Mittwochabend wie verlassen. Seitdem hier nicht nur die Restaurants und Kneipen, sondern auch die Geschäfte geschlossen sind, ist die Magnetwirkung erloschen.

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