Meinung

Lieferandos Monopolstellung ist in vielerlei Hinsicht ein Problem

Lieferando kassiert von Restaurants pro Bestellung eine Provision. Das ist durchaus gerechtfertigt, findet unser Autor. Das Geschäft mit den „Schattenwebseiten“ ist allerdings problematisch.
Viele Menschen bestellen ihr Essen jetzt online über Lieferando.de. © dpa

Ihre Speisen über Lieferando, dem Marktführer in der Online-Gastronomie, anzubieten, ist für viele Halterner Restaurants zurzeit die einzige Möglichkeit, einen Umsatz zu generieren.

Die Kinder werden Zuhause unterrichtet, das Gästezimmer ist ein Fitness-Raum und die Küche wird kurzerhand zum Büro umfunktioniert. Dass in so einer Zeit Essen bestellen boomt, ist wenig verwunderlich – dass davon gerade die Restaurants selber wenig profitieren, aber schon.

Lieferando kassiert 13 Prozent aller Umsätze, die Gastronomen über den Marktführer erzielen. Für den Zugang zu Online-Kunden durchaus gerechtfertigt. Das Problem ist aber, dass es mittlerweile keine Alternativen mehr zu Lieferando gibt. Durch die Monopolisierung wird den Restaurants keine Auswahl des Anbieters gelassen. Kartellrechtlich ist das äußerst problematisch und muss sich in Zukunft ändern.

Noch problematischer wird es, wenn Webseiten erstellt werden, deren Adresse (URL) der eigenen Restaurant-Homepage zum Verwechseln ähnlich sehen und die in der Google-Suche an erster Stelle stehen. Diese „Schattenwebseiten“ verdrängen also die eigenen Internetseiten der Gastronomen. Und damit wird ihnen die Möglichkeit genommen, ihre Kunden zusätzlich provisionsfrei zu erreichen.