Liegt Varus-Inschrift in Halterner Erde?

HALTERN Im Rahmen der Vorbereitungen für die Varusausstellung gelang den Machern ein interessanter Fund, der auf eine Sensation schließen lässt: die Reproduktion einer Inschrift aus Pergamon. Das Original befindet sich möglicherweise noch in Halterner Erde.

von Halterner Zeitung

, 16.03.2009, 16:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Liegt Varus-Inschrift in Halterner Erde?

Kopie der Ehrenschrift für Varus aus Pergamon.

Der Lanschaftsverband Westfalen-Lippe erläutert die Annahme: Die Bewohner Athens, der Kykladeninsel Tenos (heute Tinos) sowie Pergamons (heutige Westtürkei) errichteten Varus zu Ehren mehrere Statuen. Zwar gingen die Skulpturen verloren, doch die erhaltenen Inschriften berichten von den Huldigungen für den kaiserlichen Vertrauten. Archäologischer Nachweis Sie sind der früheste archäologische Nachweis seiner Person. Eine der Inschriften aus Pergamon bedeutet: "Das Volk (von Pergamon) ehrt Publius Quin(c)tilius Varus". Wahrscheinlich dankten die Bürger Varus auf diese Weise für großzügige Schenkungen oder andere Vergünstigungen. Vielleicht wollten die Bewohner Pergamons mit der Ehreninschrift aber auch seine Gunst gewinnen, um später davon zu profitieren.

Das Römermuseum kann in seiner Ausstellung die Inschrift nur als Reproduktion zeigen. Denn der Stein, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei einem Brunnenhaus des Burgberges von Pergamon gefunden wurde, galt lange als verschollen. Nachforschungen im Vorfeld der Imperium-Schau haben ergeben, dass die mit dem Text versehenen Überreste des Sockels zuletzt in Haltern zu sehen waren.

Werner Bergengruen Die Beschreibung einer Fahrradreise des Journalisten und Schriftstellers Werner Bergengruen brachte die Ausstellungsmacher auf diese Fährte. In seinem Buch "Deutsche Reise" von 1934 heißt es unter anderem: "Im Halterner Museum fesselt mich das Fragment eines Steindenkmals mit einer griechischen Ehreninschrift auf Publius Quintilius Varus. Der Fund wurde in Pergamon gefunden und gelangte als Geschenk nach Haltern."

Weitere Recherchen ergaben, dass das Osmanische Reichsmuseum in Istanbul den Stein dem Römisch-Germanischen Museum Haltern schenkte. Im März 1945 wurde das Museum in Haltern durch eine Bombe zerstört. Möglicherweise liegt die Inschrift noch immer im Kriegsschutt unter dem Parkplatz in Haltern begraben.

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