LWL-Römermuseum Haltern: Besucherrückgang hält sich in Grenzen

Römermuseum

Alle Museen der Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) hatten im Coronajahr 2020 deutlich weniger Besucher. Das Römermuseum Haltern setzte aber erfolgreich auf neue Konzepte.

Haltern

25.12.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Mai hatte das Römermuseum unter Corona-Bedingungen geöffnet.

Im Mai hatte das Römermuseum unter Corona-Bedingungen geöffnet. © Jürgen Wolter

Mit über 23.000 Besuchern konnte das LWL-Römermuseum in Haltern trotz mehrmonatiger Schließung seine Verluste im Coronajahr 2020 im Rahmen halten. Das lag auch an den umfangreichen digitalen Angeboten.

Insbesondere das „Römer Caching“, eine digitale Mitmach-Führung per Videokonferenz, war sehr beliebt und konnte neue Besuchergruppen erschließen. War der Weg bisher zu weit, buchten nun beispielsweise die VHS-Tuttlingen (Baden-Württemberg) und das Goethe-Institut Südkorea eine digitale Führung. Trotzdem wurde natürlich die Besucherzahl des vergangenen Jahres (40.200) wegen der monatelangen Schließungen nicht erreicht, teilt der LWL mit.

„Römer allein zu Haus“

Nach der Schließung der Museen im März und April wagte sich das LWL-Römermuseum an die Produktion einer eigenen Video-Serie für Erwachsene und Kinder. „Römer allein zu Haus“ und „Kalle in Quarantäne“ mit einem Spiel- und Bastelprogramm für Kinder von fünf bis zehn Jahren gingen auf YouTube an den Start. 3-D-Rundgänge durch das Museum und über die Römerbaustelle machten den Besuch virtuell möglich.

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Trotz Corona haben die Museen und Besucherzentren des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) insgesamt die Millionen-Marke übertroffen, meldet der Verband. Rund 1,02 Millionen Besucher kamen in die LWL-Museen (2019: 1,94 Millionen). „Das ist ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Museen fast vier Monate geschlossen waren“, sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Das Jahr 2020 startete für die LWL-Museen sogar mit einem Besucherrekord. So besuchten von Januar bis zum ersten Corona-Lockdown Mitte März fast 300.000 Menschen die LWL-Einrichtungen. Insbesondere die Sonderausstellung „Turner. Horror and Delight“ im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster lockte tausende Besucher an.

Schutzverordnungen änderten sich ständig

Als im Mai die Museen wieder öffnen durften, war der Museumsbetrieb immer noch durch die Pandemie stark beeinflusst. „Corona hat unsere Museen und Einrichtungen vor eine große Herausforderung gestellt, die sie gemeistert haben“, so Rüschoff-Parzinger.

„Die Museen haben die sich ständig verändernden Corona-Schutzverordnungen kreativ umgesetzt, so dass die Besucher mit einem sicheren Gefühl die LWL-Einrichtungen entdecken konnten. Obwohl einige Veranstaltungen nicht wie geplant stattfanden, boten die Einrichtungen bis zum zweiten Lockdown ab November ein attraktives Programm an.“ Der LWL betreibt insgesamt 18 Museen und zwei Besucherzentren.

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