Makler-Prozess: Anklage fordert Haftstrafe

Urteil für Donnerstag erwartet

HALTERN „Schadenswiedergutmachung“ ist das Zauberwort, mit dem Verteidiger Norbert Drees eine Bewährungsstrafe für den 51-jährigen Halterner erreichen will, der seit August wegen gewerbsmäßigen Betrugs auf der Anklagebank des Landgerichts Essen sitzt.

von Von Martina Ricken

, 27.10.2009, 08:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es waren vor allem Immobilien, mit denen sich der Angeklagte übernommen hatte. Die teure Luxuswohnung in Haltern konnte er nicht mehr finanzieren. Auch zwei Eigentumswohnungen in Marl sind belastet. Die „Anleger“ sollten angeblich jederzeit über ihr Geld verfügen können, wurde ihnen vom Halterner zugesichert. Doch nur durch ein Schneeballsystem mit neu abgeschlossenen Verträgen konnte der 51-Jährige zahlen, wenn Beträge zurückverlangt wurden. Was den Staatsanwalt besonders sauer machte: „Auch nach Zustellung der Anklageschrift hat er auf diese Weise weitergemacht.“

Die Taten, so plädierte der Anklagevertreter, seien mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten zu ahnden. Eine Bewährungsstrafe mit der Auflage der Schadenswiedergutmachung hielt hingegen Verteidiger Norbert Drees für angemessen. Insgesamt 150 000 Euro hat der Angeklagte inzwischen zurückgezahlt, mit einigen Gläubigern Ratenzahlungen vereinbart. „Bei einer Haftstrafe geben Sie den Geschädigten Steine statt Brot“, sagte Drees. „Der Angeklagte soll die nächsten fünf Jahre die Möglichkeit bekommen, 16 Stunden am Tag zu arbeiten, damit die Geschädigten ihr Geld zurückerhalten.“

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