Marode Brücken in Haltern - „Sanierungen werden uns eklatant beschäftigen“

Verkehr

Die Brücken im Kreis müssen dringend saniert werden. Darunter sind auch einige in Haltern und in Dorsten. Wie der Zeitplan ist und was das für den Verkehr bedeutet, hat der Kreis erklärt.

Haltern

, 11.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marode Brücken in Haltern - „Sanierungen werden uns eklatant beschäftigen“

Prof. Dr. Holger Scheer und Markus Hofmann (l.) fuhren mit dem Hubsteiger hoch, um die Brücke in Lippramsdorf-Kusenhorst zu inspizieren. © Elisabeth Schrief

Der große Teil der Hauptprüfungen ist abgeschlossen“, sagte der Leiter des Tiefbauamtes am Kreis Recklinghausen, Carsten Uhlenbrock, am Dienstagnachmittag im Schloss Sythen, um zum aktuellen Stand der Brückensanierungen im Kreis zu informieren. Insgesamt 46 Prüfungen hat der Kreis bisher durchgeführt, 11 weiter stehen noch aus.

Das Ergebnis: Kurzfristig gebe es zwar keine Mängel, die den Verkehr derzeit beeinträchtigen. Aber: „Zum Substanzerhalt sind erhebliche Sanierungsmaßnahmen an den Bauwerken erforderlich“, heißt es seitens des Kreises.

Stützwand in Haltern mit Note 3,0 bis 3,4 bewertet

In Haltern und in Dorsten gibt es jeweils 17 Brücken. Welche und wie viele davon nun jeweils im Rahmen der kreisweit 57 Prüfungen in Augenschein genommen wurden, sagte der Kreis nicht. Mit dem für Haltern schlechtesten Wert hat eine Stützwand an der Granatstraße mit einer Note zwischen 3,0 und 3,4 abgeschnitten.

Die Lippebrücke in Dorsten-Hervest an der Buerer Straße hat ebenfalls die Note 3,0 bis 3,4 erhalten. Das 94 Jahre alte Bauwerk ist halbseitig gesperrt. „Wir sind dabei, die Schadensanalyse umzusetzen“, sagte Carsten Uhlenbrock. Derzeit sei der Plan, den jetzigen Zustand so zu halten, dass die kaputten Metallteile der Brücke ersetzt werden könnten. Wann die Brücke wieder komplett freigegeben werden könne, sei derzeit noch unklar.

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Mit mehr Details wollten die Vertreter des Kreises allerdings nicht herausrücken. Die Fragen nach den Zuständen und Noten für einzelne Brücken in Haltern und Dorsten wurde mit dem Hinweis, dass es sich um interne Informationen handele, beantwortet.

Brücken wurden mit dem wieder aufgebaut, was nach dem Krieg da war

Doch warum sind so viele Brücken im Kreis in so einem schlechten Zustand? Weil sie nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit dem wiederaufgebaut worden seien, was damals da war, erklärte Carsten Uhlenbrock. „Die Sanierungsmaßnahmen werden uns noch ganz eklatant beschäftigen“, so Carsten Uhlenbrock. Um möglichst wirtschaftlich zu arbeiten, versuche man, Aufträge wie Schweißarbeiten je zu bündeln und an einen Auftragnehmer zu vergeben.

Wann die Arbeiten an den maroden Brücken abgeschlossen sein werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Um die Prüfungen durchführen zu können, werden die zwei Brückenprüfer des Kreises von der Lippewasser-Technik, einer Tochtergesellschaft des Lippeverbandes, unterstützt. „Dass die Ingenieurbüros wegen der Marktlage gut ausgelastet sind, ist kein Geheimnis“, sagte Uhlenbrock. „Kapazitätsmäßig segeln wir hart am Wind. Es wurden noch nicht für jedes einzelne Werk Sanierungsmaßnahmen erstellt.“

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Noch nicht überprüft wurden sechs Bahnbrücken im Kreis. Um hier Arbeiten durchführen zu können, muss der Kreis sogenannte Sperrpausen mit der Deutschen Bahn abstimmen, in denen ohne Einschränkungen für den Bahnverkehr an den Brücken gearbeitet werden kann. „Die Sperrpausen können sich bis zu drei Jahre hinziehen“, sagte Carsten Uhlenbrock. Derzeit gebe es noch kein Signal, wann Arbeiten an einem der sechs Standorte möglich seien.

Wie hoch die Investitionssumme ist, dazu wollte sich der Kreis aktuell nicht äußern. „Eine Zahl wäre zu diesem Zeitpunkt unseriös“, sagte Uhlenbrock. Erst müsse man einzelne Sanierungsmaßnahmen identifizieren.

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