Half in Kameruner Krankenhäusern bei der Covid-19-Prävention: Martina Möllers aus Sythen. © Jürgen Wolter
Einsatz in Afrika

Martina Möllers aus Sythen half bei der Covid-19-Prävention in Kamerun

Seit vielen Jahren ist sie immer wieder im Gesundheitsschutz in Afrika unterwegs: Jetzt half Martina Möllers Krankenhäusern in Kamerun, Mitarbeiter vor dem Corona-Virus zu schützen.

Seit 2008 arbeitet Martina Möllers aus Sythen in verschiedenen afrikanischen Ländern in der Gesundheitsvorsorge, der Wasserversorgung, der HIV- und Malaria-Prävention. Sie war in Äthiopien, Tansania und mehrfach in Ruanda, wo sie im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit tätig war und ist.

Ihr neuester Einsatz führte sie aber in diesem Sommer für vier Wochen nach Kamerun. Hier ging es um das neue weltweite Gesundheitsproblem: Covid 19, das Coronavirus.

„Ich war als Mitglied eines Teams der Malteser International im Auftrag der WHO in Kamerun“, berichtet die Sythenerin. „Ziel des Einsatzes waren humanitäre Hilfen. Nur dadurch konnten wir überhaupt ein- und wieder ausreisen, da wir dazu diplomatischen Status bekamen. Unser Einsatz erfolgte in der größten Stadt des Landes, der ehemaligen Hauptstadt Duala.“

Laut offiziellen Zahlen ist Kamerun zwar weniger stark von der Corona-Pandemie betroffen. Das Auswärtige Amt stuft das Land aber dennoch als Risikogebiet ein, da von einer hohen Dunkelziffer auszugehen sei.

Personal in den Krankenhäusern unterstützen

Das Team hatte mehrere Container mit Desinfektionsmitteln, Schutzmasken, Schutzkleidung und Test-Kits auf das Virus im Gepäck. „Unsere Aufgabe war es, das Personal in den Krankenhäusern und Testzentren zu unterstützen und ihnen bei der Virusprävention zu helfen“, sagt Martina Möllers. Insbesondere die Hygiene hatten die ehrenamtlichen Mitarbeiter dabei im Blick.

In Sachen Ausrüstung lag in Kamerun vieles im Argen. „Es gab kein Desinfektionsmittel, keine FFP-2 Masken, keine Schutzanzüge. Die Krankenhausmitarbeiter haben sich teilweise Fantasie-Schutz selbst gebastelt“, berichtet Martina Mölllers.

Martina Möllers beim Einsatz in Kamerun.
Martina Möllers (2. v. l.) beim Einsatz in Kamerun. © privat © privat

Ein weiteres großes Problem: die Entsorgung des infektiösen Materials aus den Kliniken. „Es wird oft irgendwo an der Rückseite einfach verbrannt, ein Fluss transportiert das Abwasser, in dem dann Kinder spielen, das waren schwierige Zustände“, so Martina Möllers. „Außerdem: Es gibt in Kamerun kein sauberes Wasser, auch in den Krankenhäusern nicht. Hier konnten wir mit Filtern teilweise Abhilfe schaffen“.

Auszeichnung als Paul-Harris-Fellow

In den Kliniken konnte das Team unterstützend eingreifen, das Problem der Müllentsorgung und der Wasserversorgung soll in weiteren Projekten noch angegangen werden. Martina Möllers berichtet aber auch, dass die Mitarbeiter in den Krankenhäusern sehr konzentriert und besonnen mit dem Pandemie-Problem umgehen. „Es gab keine Panik“, sagt sie. „Die Ärzte und das Pflegepersonal sind den Umgang mit Epidemien gewohnt. Sie haben Erfahrungen gesammelt beispielsweise mit Ebola und wissen, wie sie sich verhalten müssen.“

Für ihr umfangreiches ehrenamtliches Engagement, unter anderem ihren Kampf gegen die Mutter-Kind-Sterblichkeit in Ruanda, wurde Martina Möllers jetzt ausgezeichnet: Sie erhielt Urkunde und Medaille als Paul-Harris-Fellow, die nach dem Gründer der Rotary-Clubs benannt ist. Die Verleihung erfolgte zunächst virtuell und soll, wenn Corona es zulässt, voraussichtlich im Mai offiziell nachgeholt werden.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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