Maskenpflicht, Sitzpläne und Corona-Tests: So starten Halterns Schulen

mlzSchulstart

In Haltern starten auch die weiterführenden Schulen am Mittwoch mit Präsenzunterricht in das neue Schuljahr. Viele Regeln müssen umgesetzt und beachtet werden. Die Hitze kommt noch dazu.

Haltern

, 10.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Feste Lerngruppen, Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände und alle zwei Wochen kostenlose Corona-Tests für den Lehrkörper - das sind nur einige der Maßnahmen, die in Corona-Zeiten den Start ins neue Schuljahr begleiten. Gemäß der Empfehlungen des Schulministeriums haben sich die Schulleitungen der weiterführenden Schulen in Haltern im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie sie nach Monaten des Heimunterrichts die Voraussetzungen für den Regelunterricht schaffen können.

Am Joseph-König-Gymnasium hat Schulleiter Ulrich Wessel Anfang der Woche einen Brief an die Eltern versandt, in dem er erklärt, wie das Gymnasium die Vorgaben des Ministeriums umsetzen wird. Unter anderem darf es nur feste Lerngruppen, keine Durchmischung von Gruppen geben. Masken müssen sowohl im Unterricht, als auch außerhalb und auf dem Schulhof getragen werden. „Notorische Maskenverweigerer dürfen wir vom Unterricht ausschließen“, erklärt der Schulleiter.

Jeder Schüler muss seinen Platz anschließend desinfizieren

Um Infektionsketten nachverfolgen zu können, gibt es jeweils feste Sitzpläne, die dokumentiert und vier Wochen aufbewahrt werden müssen. Die Erstellung der festen Sitzpläne für die einzelnen Lerngruppen (eine Lerngruppe kann durchaus aus einer gesamten Jahrgangsstufe bestehen) stelle aber aktuell weniger Aufwand dar als noch vor den Ferien, sagte Ulrich Wessel auf Anfrage. Jeder Schüler müsse nach Benutzen seinen Platz desinfizieren.

Was nicht umzusetzen sei, dass es getrennte Schulhofbereiche und getrennte Pausenzeiten gibt. „Bei insgesamt 2000 Schülern am Schulzentrum sehen wir keine Chancen auf eine solche strikte Aufteilung“, so der Schulleiter des Gymnasiums. Man habe einen Stundenplan erstellt, der überall den Regelunterricht vorsieht. Allein im Fach Sport gebe es Kürzungen, da nicht genügend Hallenkapazitäten vorhanden seien. Bis zu den Herbstferien solle der Sportunterricht bevorzugt draußen stattfinden.

Wandertage, Klassenfahrten und sonstige Unternehmungen seien abgesagt - erst einmal bis Weihnachten. Die Einschulung der Fünftklässler ginge auch ohne Feierlichkeiten über die Bühne.

Es käme jetzt auf das Verhalten aller an, sagt Wessel. Er habe bereits etliche Anträge auf kostenlose Corona-Tests im Kollegium unterzeichnet. „Die Kollegen scheinen sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein.“ Er hoffe, dass Haltern wie bisher gut durch die Krise komme. Er schloss sich der Bitte des Ministeriums an, die Corona-App zu installieren.

Damoklesschwert eines möglichen Ausbruchs

„Ein möglicher Ausbruch des Coronavirus‘ schwebt natürlich immer wie ein Damoklesschwert über uns“, erklärt auch Reallschulleiter Frank Cremer. Niemand könne 100-prozentige Sicherheit garantieren. Man habe bereits einen Leitfaden für die Schüler erstellt, in dem alle Vorgaben zu Maskenpflicht, Hygiene, Raumwechsel und vielen weiteren Themen enthalten sind.

Darin ist auch der Umgang mit Essen und Trinken erläutert - nicht so einfach mit Maske. „Dafür müssen die Schüler die Maske natürlich kurz abnehmen, den Mindestabstand aber unbedingt einhalten“, sagt Schulleiter Cremer. Auch die Lehrer müssten auf dem gesamten Gelände Maske tragen.

Parallel zum Schulstart versuche man an der Realschule, das Homeschooling zu evaluieren. Mit der eigenen Schulcloud sei die Alexander-Lebenstein-Realschule da schon ganz gut aufgestellt gewesen. „Ich halte das aber für außerordentlich wichtig, dass die Schule wieder losgeht. Für die Kinder wird es höchste Zeit“, sagt Cremer.

Für die neuen fünften Klassen gebe es in diesem Jahr keinen Gottesdienst. Man versammele sich auf dem Schulhof mit jeweils einem Elternteil, der Schulleiter und Kirchenvertreter sprechen ein paar Grußworte. Dann gingen die Lehrer mit ihren Schülern ins Klassenzimmer.

Hohe Temperaturen könnten problematisch werden

Auch in der Joseph-Hennewig-Hauptschule laufen die Vorbereitungen für den Schulstart auf Hochtouren. Am Montag wolle man entsprechende Informationen an die Eltern verschicken. „Wir halten uns natürlich an die vom Ministerium gesteckten Rahmenbedingungen“, sagt Schulleiterin Dagmar Perret.

Die Joseph-Hennewig-Schule.

Die Joseph-Hennewig-Schule. © Foto: Johanna Wolter

Man arbeite unter anderem daran, wie man am geschicktesten die Schülerströme durch das Gebäude leite, um möglichst wenig Staus zu schaffen. Möglicherweise müsse stets aktuell nachjustiert werden. Das Kollegium sei einsatzbereit, so Perret.

Ihr machten die für die nächste Woche angekündigten hohen Temperaturen ein wenig Sorgen. „Bei dem Wetter länger eine Maske zu tragen, ist eine Herausforderung.“ Hitzefrei sei natürlich auch ein Thema. Die Vorgabe sei, erst nach der 5. Stunde den Unterricht zu beenden. „Aber wenn es um viertel nach elf schon unerträglich ist, wollen wir auch barmherzig sein“, so Perret. Man müsse nur schauen, dass nicht alle gleichzeitig hinausliefen.

Alle drei Schulleiter hoffen, dass es durch die Schulöffnungen nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommt. Und dass keine Schule wieder komplett geschlossen werden müsse, falls Fälle aufträten.

Lesen Sie jetzt