Christian, Maxima, Philipp und Barbara Wübbeling halten in der Krise fest zusammen und hoffen nun, dass die Spendenaktion Kindern in Ostafrika Freude bringt. © Elisabeth Schrief
Spendenaktion

Maxima kämpft gegen den „zornigen“ Krebs und hilft Kindern in Afrika

Das Schicksal hat im April aus dem Nichts heraus zugeschlagen: Die neunjährige Maxima erkrankt schwer an Krebs. Sie kämpft tapfer - und hilft jetzt Kindern, denen es auch nicht gut geht.

Maxima Wübbeling ist neun Jahre alt, sie geht in die 4. Grundschulklasse. In den letzten Monaten war ein Schulbesuch allerdings nur mit Unterbrechungen möglich. Maxima hat Krebs und bereits sechs Operationen überstanden. Aus Dankbarkeit für die gute medizinische Betreuung startet sie jetzt eine Spendenaktion für Kinder in Afrika.

Jährlich erkranken fast 2000 Kinder an Krebs, eine der häufigsten Formen sind Tumore des Zentralnervensystems. Maxima hat einen solchen Hirntumor und der sei „sehr zornig“ sagt die Neunjährige aus Reken. Trotz mehrerer Operationen hat er sich nicht „verkrümelt“, sondern wird jetzt, nach erfolgloser Chemotherapie, bestrahlt. Maxima ist ein tapferes, fröhliches, zielstrebiges Mädchen. Gegen ihren Tumor wehrt sie sich mit einem hässlichen Namen: Adolf Arschloch nennt sie ihn – einen solchen Namen aus dem Munde dieses feinen Mädchens zu hören, klingt seltsam fremd. Aber er soll aus ihrem jungen Leben verschwinden, dafür braucht es schwere Geschütze und die gibt es eben auch in der Sprache.

Von Coesfeld mit Blaulicht in die Uniklinik Münster

Der 29. April 2020 ist ein Schicksalstag für Familie Wübbeling aus Reken. Mehrmals hatte Maxima über Kopfschmerzen geklagt, der Arzt ist unsicher, eine MRT-Untersuchung im Coesfelder Krankenhaus bringt Klarheit: Maxima hat einen aggressiven Hirntumor dritten Grades. Sie wird in die Uniklinik Münster eingewiesen. „Mit Blaulicht wurde unsere Tochter nach Münster gefahren, es war alles so niederschmetternd, ich kann mich kaum noch an den Ablauf dieses Tages erinnern“, sagt Christian Wübbeling.

„Die erste Operation war am 30. April, es folgten weitere Wochen in einem ständigen Auf und Ab“, erzählt Barbara Wübbeling. Der Tumor wuchs immer wieder nach. Nach der zweiten Operation hoffte Maxima, verschnaufen zu können. Sie feierte ihre Erstkommunion, die Familie war glücklich. Alles war gut an diesem Tag, am nächsten Morgen klagte Maxima wieder über heftige Kopfschmerzen.

Sie musste zurück in die Klinik. Auch nach der dritten Operation blieben die Prognosen schlecht. Die Chemotherapie brachte keine Erfolge, Maxima wurde, so sagt ihre Mutter, als R1-Patientin eingestuft. Dieser Begriff steht für mikroskopischer Residualtumor, also zurückbleibender Tumor und der ist zu allem Unglück mit einer Arterie verbunden. Prof Dr. Walter Stummer von der Klinik für Neurochirurgie Münster empfiehlt Bestrahlungen.

Maxima erfährt viel Liebe und Geborgenheit

Jetzt fahren Wübbelings mit Maxima zur Uniklinik Essen und sind hoffnungsvoll: Die Reste des Tumors sind bereits stark angegriffen, es zeichnet sich ein Wendepunkt ab.

In der gemütlichen Küche des Rekener Bauernhofes erzählt Maxima von ihrer Krankheit. Ihr Vater hat den Arm um sie gelegt. Ein Zeichen dafür, mit wie viel Liebe und Geborgenheit das Mädchen von ihren Eltern, von Bruder Philipp (11) und anderen aufgefangen wird. Es sei ein schwerer Weg für sie, sie sei oft sehr traurig. „Aber alle sind immer sehr nett zu mir. Wenn die Ärzte mir nicht geholfen hätten, wäre ich schon tot.“

Informationen und Kontodaten

Informationen zu den Projekten finden Interessierte unter www.mariannhill.de/engagement/maxima

Wer helfen möchte, kann online spenden oder sonst per Bankeinzug: Mariannhiller Mission IBAN: DE 59 7509 0300 0003 0176 05 – BIC: GENODEF1M05 Aktion: Maxima

Aber auch die Rettungssanitäter, die Krankenpfleger, nicht zuletzt Familienangehörige und Freunde aus der Schule halfen ihr durch ihren Trost. Zu ihren Maskottchen, so zählt Maxima auf, gehören heute Kuschelbär, Lama, Sorgenfresser und Engel. Eine Frau aus Lateinamerika, die mit ihrem Kind auf der onkologischen Station war, schenkte ihr ein Band mit dem Bild der fürsorgenden Gottesmutter. Es soll sie beschützen. Weil sich darin kein Metall befindet, darf Maxima das Geschenk auch bei den Untersuchungen tragen.

Spendenaktion für drei Projekte der Mariannhiller Missionare

Maxima ist tapfer und lebensfroh. Und sie ist dankbar. Dafür, dass sie medizinisch so gut versorgt wird. „Ich habe Glück, mit dieser Krankheit in diesem Land zu leben“, findet sie. Dieses Glück will sie teilen. Maxima und ihre Eltern starten deshalb eine Spendenaktion. Unterstützen wollen sie drei Projekte der Mariannhiller Missionare. Pater Thomas aus Maria Veen begleitet als vertrauensvoller Freund diese Aktion. Maxima hat sich drei Projekte in Ostafrika ausgesucht: Eine Farm, auf der von Familien verstoßene Kinder mit Behinderungen leben, eine Grundschule und ein privates Projekt, das junge Mädchen aufnimmt, die vor Kinderehe und Genitalverstümmelung fliehen.

„Ich hoffe, dass sich viele Menschen von Maximas Empathie anstecken lassen.“

Pater Thomas

2200 Euro hatte Maxima bereits in den ersten drei Tagen gesammelt, mehr als 16.000 Euro sind es inzwischen. Auf einem von ihr gebastelten Maximeter trägt sie stets den aktuellen Kontostand ein. „Mich beeindruckt es, dass ein neunjähriges Kind solch einen Blick auf und ein weites Herz für Kinder hat, die sie nie gesehen hat. Ich hoffe, dass Maximas Herzenswunsch wahr wird und viele Menschen sich von ihrer Empathie und Hilfsbereitschaft anstecken lassen“, verneigt sich Pater Thomas Winzenhörlein aus Maria Veen vor Maxima. Er wisse, dass die Unterstützung dort vor Ort wirklich notwendig sei. Die Spenden kommen den Projekten in Afrika ohne Abzüge zugute.

Maximas Plan ist, mit ihrer Familie und Pater Thomas nach Afrika zu reisen, um die Kinder in den drei Projekten zu besuchen. Sie hofft auf viele Spenden und vor allem darauf, bald wieder gesund zu werden.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
Zur Autorenseite
Elisabeth Schrief

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt