Maxime Shakir startet ihre Solokarriere unter dem Künstlernamen „Dalee“. © Celeste Call
Maxime Shakir

Maxime Shakir: Halternerin auf dem Sprung zur Solokarriere

Ihre ersten Erfolge feierte sie auf der Musicalbühne des Halterner Gymnasiums. Heute ist Maxime Shakir in Berlin in Band- und Soloprojekten unterwegs - und auf Tournee mit Sarah Connor.

Ihre Familie hat etwas damit zu tun, ihre Lehrer am Halterner Joseph-König-Gymnasium haben etwas damit zu tun – aber am meisten hat sie selbst damit zu tun: Maxime Shakir aus Haltern hat die Musik zu ihrem Beruf gemacht und ist dabei, in einer Branche Fuß zu fassen, die zu den schwierigsten überhaupt gehört.

„Ich wollte immer singen“, sagt sie. Denn in ihrer Familie hatte Musik einen sehr hohen Stellenwert. Maxime wurde 1994 in Haltern geboren. Ihr Vater ist Iraker, ihre Mutter Deutsche. „Musik spielte bei uns immer eine große Rolle“, sagt sie. Und das waren nicht nur die Einflüsse der europäischen und amerikanischen Musik wie Rhythm and Blues, Soul, Funk oder Pop, das waren auch die Klänge der arabischen Musik.

Das  Musical Aida mit Maxim Shakir in der Titelrolle wurde ein Riesenerfolg am Halterner Gymnasium.
Das Musical Aida mit Maxim Shakir in der Titelrolle wurde ein Riesenerfolg am Halterner Gymnasium. © Florian Wilms (Archiv) © Florian Wilms (Archiv)

Mit diesem Mix ist sie groß geworden, und er prägt ihre Musik bis heute. Mit ihrem Soloprojekt „Dalee“ entwickelt Maxime daraus gerade ihren ganz eigenen Stil. Davon ahnte sie allerdings noch nichts, als sie als Sechsjährige zunächst kurz in der Halterner Musikschule und dann bei Ina Grajetski Geigenunterricht nahm. „Ich bin tatsächlich über die Schiene der klassischen Musik gestartet“, sagt Maxime.

Die erste Rolle war ein „Rumpelwicht“

2005 wechselte sie von der Marienschule ans Joseph-König-Gymnasium – und war dann in ihrer ersten Bühnenrolle zu sehen: „Ich spielte einen Rumpelwicht in der Aufführung von Ronja Räubertochter“, sagt sie und lacht. „Damals war ich in der fünften Klasse.“

Yula Ritter (l.) und Maxim Shakir waren 2011 als Duo YuMa in Haltern unterwegs.
Yula Ritter (l.) und Maxim Shakir waren 2011 als Duo YuMa in Haltern unterwegs. © Elke Rüdiger (Archiv) © Elke Rüdiger (Archiv)

Es folgten mehrere Aufführungen in Theaterprojekten und auch in den Musicals am Gymnasium. Bei „Sindbads letztes Abenteuer“ war Maxime dabei und spielte die Prinzessin, dann die Hauptrolle in „Aida“. Die Produktion wurde am Gymnasium ein großer Erfolg in Kooperation der Theater und der Musical AG. „Durch Maximes Talent und ihre akribische Vorbereitung wurde das Musical unser erster Riesenerfolg“, sagt ihre damalige Musiklehrerin und Projektleiterin Zita Albrecht. Das Stück wurde acht Mal aufgeführt, rund 4000 Besucher haben es gesehen.

Erste eigene Songs mit 13

Seit ihrem 13. Lebensjahr hatte Maxime eigene Songs geschrieben, zwischenzeitlich war sie in Haltern außerdem in dem Duo „YuMa“ musikalisch unterwegs. Nach dem Musicalerfolg reifte in ihr der Entschluss, den musikalischen Weg auch beruflich weiterzugehen.

Nach ihrem Abitur 2013 bewarb sie sich zunächst im Fach Musical bei der Universität der Künste in Berlin, entschied sich dann aber für ein Studium an der HdpK – Hochschule der populären Künste in Berlin, heute Teil der „SRH Berlin University of Applied Sciences“.

„Dass ich diesen Weg gegangen bin, verdanke ich den Lehrern am JKG wie Zita Albrecht, Stefan Temp und Hugo Ruthmann“, sagt sie heute. „Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich heute bin.“

Die junge Halternerin ist dabei in der Pop-Branche Fuß zu fassen: Maxime Shakir ist Dalee.
Die junge Halternerin ist dabei in der Pop-Branche Fuß zu fassen: Maxime Shakir ist Dalee. © Celeste Call © Celeste Call

„In Berlin musste ich erst mal ankommen, die Großstadt, das musste ich auf mich wirken lassen“, sagt Maxime über ihre Anfangszeit. Songs schrieb sie etwa ein Jahr lang nicht, aber dann erwachte ihre Kreativität wieder neu.

Im Studium lag ein Schwerpunkt auf Gesang, aber auch Musikproduktion und Tontechnik wurden vermittelt. „Ich könnte heute auch meine Songs selbst abmischen und produzieren“, sagt sie.

Soloprojekt: Als „Dalee“ startet Maxime neu durch

Und sie knüpfte in der pulsierenden Metropole immer neue Kontakte. „Die Musikszene in Berlin ist gut vernetzt“, sagt Maxime Shakir. „Es gibt immer wieder Anfragen, die sich aus den Kontakten ergeben.“

So entwickelte sich ihr erstes Bandprojekt „Mojo Island“, das es aber inzwischen nicht mehr gibt. Aktuell ist eine neue Gruppe am Start: Maxime singt bei „Montigo Rim“, einer achtköpfigen Soulband aus Berlin. Und sie verfolgt ihr Soloprojekt weiter. Unter dem Künstlernamen „Dalee“ entwickelt sie ihren eigenen Stil zwischen den musikalischen Wurzeln und den Anforderungen moderner Popmusik.

Maxime war bereits in mehreren Bandprojekten unterwegs. Ihre aktuelle Combo heißt „Montigo Rim“.
Maxime war bereits in mehreren Bandprojekten unterwegs. Ihre aktuelle Combo heißt „Montigo Rim“. © Mats Bohle © Mats Bohle

„2019 hatte ich es geschafft, von der Musik leben zu können“, sagt Maxime. „Aber dann kam Corona.“ Zuvor hatte sie als Background-Sängerin von Sarah Connor die Luft der großen Bühnen und Arenen geschnuppert.

Background-Sängerin bei Sarah Connor

„Aber dann wurde erst mal alles ausgebremst“, sagt sie. Sowohl die geplante Tournee mit Sarah Connor, als auch ihre eigene Dalee-Support-Tour fanden keine Fortsetzung, nachdem das Coronavirus sich ausgebreitet hatte.

Nicht nur akustisch macht Maxime / Dalee auf sich aufmerksam.
Nicht nur akustisch macht Maxime / Dalee auf sich aufmerksam. © Celeste Call © Celeste Call

„Seitdem sind viele Songs entstanden, alles noch ein bisschen ungeordnet. Das ist so viel Material, dass es für ein eigenes Album reicht“, sagt Maxime. Zum Weltfrauentag 2021 hat „Dalee“ ihren Song „Veto“ als Single veröffentlicht, in dem sie ein Statement für Frauenrechte abgibt.

„Die Pandemie hat dazu geführt, dass viele in der Kulturszene ihre Jobs verloren haben,“ sagt Maxime. Und sie appelliert: „Vergesst die Künstler nicht. Bitte sorgt dafür, dass sie arbeiten und davon leben können!“

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
Zur Autorenseite
Jürgen Wolter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.