Mit Video: Halterner dokumentieren gespenstische Corona-Stille

mlzCoronavirus

Das Coronavirus sorgt für leerere Straßen und so gut wie keine Touristen mehr in Haltern. Ingo (55) und Mika Kunert (19) haben die Stille in der Seestadt in einem Video dokumentiert.

Haltern

, 05.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Auto weit und breit, keine Spaziergänger am Halterner Stausee und Absperrbänder am Bootsverleih. In ihrem Video haben die Halterner Ingo (55) und Mika Kunert (19) die bedrückende Stimmung aufgenommen, die in Haltern herrschte, als es noch gar keine Lockerungen der Corona-Bestimmungen gab. Große Planungen gab es für das Video nicht, die Idee kam Vater und Sohn spontan.

Es war nicht das erste Mal, dass die beiden einen Film gedreht haben, verrät Ingo Kunert (55). Doch es war der erste zum Thema Coronavirus. „Wir wollten eigentlich nur einen Spaziergang machen“, erzählt er. Doch die Ruhe überall „ist uns dann so massiv aufgefallen“. Daher entschieden sich die beiden spontan dazu, diese Ruhe und Leere auf den Straßen als Film festzuhalten.

„Man muss das mal für später festhalten“

„Einfach um mal zu zeigen, was das (Coronavirus, Anm. d. Red.) für Auswirkungen hat“, erklärt der Familienvater. „Es fällt ja auf, wenn man durch Haltern geht, dass es teilweise sehr ruhig ist.“ Sonst sehe er immer, wie voll und belebt viele Stellen in der Seestadt sind, doch am Tag, als das Video entstand, sei es „teilweise sehr gespenstisch“ gewesen.

Video
Coronavirus sorgt für leere Straßen in Haltern

Dadurch hätten auch er und sein Sohn eine eher gedrückte Stimmung gehabt, während sie durch Haltern fuhren und an verschiedenen Orten Aufnahmen machten. Los ging es am Stausee auf Höhe des Seehofs, danach folgten mehrere weitere bekannte und sonst gut besuchte Orte in Haltern wie die Innenstadt, die Stadtmühlenbucht oder der Prickings-Hof.

„Es gibt so viele Orte hier, an denen am Wochenende ganz viele Menschen aus dem Ruhrgebiet sind“, sagt Ingo Kunert. Diese seien er und sein Sohn gezielt abgefahren, um die Leere zu dokumentieren. Ein Gedanke, der dabei auch eine wichtige Rolle spielte: „Man muss das mal für später festhalten“, erklärt er.

In ihrem Video haben Ingo und Mika Kunert beliebte Anlaufstellen in Haltern besucht. Auch der Bootsverleih gehörte dazu.

In ihrem Video haben Ingo und Mika Kunert beliebte Anlaufstellen in Haltern besucht. Auch der Bootsverleih gehörte dazu. © Ingo Kunert

Normalerweise sei in Haltern alles „so lebhaft und schön“, sagt der 55-Jährige. Dass die Halterner Hotspots teilweise komplett verlassen waren, habe ihn und seinen Sohn nachdenklich gemacht. „Wir sind tief verwurzelt in Haltern“, erzählt er. „Deshalb hat uns das auch so traurig gemacht.“

Das Video entstand bereits vor den ersten Lockerungen der Corona-Regeln. Bereits jetzt ist an manchen Orten wie der Innenstadt wieder spürbar mehr los. Für die Zukunft hofft Ingo Kunert, dass Haltern irgendwann wieder noch belebter sein kann - in einer Zeit nach dem Coronavirus. „Vielleicht kann all das dazu beitragen, nicht wieder in eine Selbstverständlichkeit zu verfallen, sondern wertschätzen zu lernen, was wir haben“, sagt er.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt