Mobilität und Stadtplanung im Blick: Kandidaten für Seniorenbeirat gesucht

Interview mit Otto K. Rohde

Im Januar wird der Seniorenbeirat in Haltern neu gewählt. Vorsitzender Otto K. Rohde beschreibt im Interview Arbeitsschwerpunkte und Wahlverfahren. Kandidaten werden noch gesucht.

Haltern

, 22.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Otto K. Rohde ist seit 2017 Vorsitzender des Halterner Seniorenbeirats.

Otto K. Rohde ist seit 2017Vorsitzender des Halterner Seniorenbeirats. © Jürgen Wolter

Am 27. Januar 2021 wird der neue Seniorenbeirat der Stadt Haltern am See gewählt. Er wird größer, die Arbeit soll auf mehr Schultern verteilt werden. Zurzeit werden Kandidatinnen und Kandidaten gesucht, Menschen, die sich in Haltern für die Belange der Generation ab 60 einsetzen möchten. Vorsitzender Otto K. Rohde erläutert im Interview, warum es Spaß macht, im Seniorenbeirat mitzumachen, und wie Kandidatensuche und Wahl ablaufen.

Herr Rohde, sie sind seit sechs Jahren im Vorstand des Seniorenbeirats (SBR) in Haltern am See, seit 2017 als Vorsitzender. Was macht Spaß an der SBR-Arbeit?

Der Seniorenbeirat berät in seniorenpolitischen Fragen Politik und Verwaltung. Unsere Mitglieder sitzen in demnächst fünf städtischen Ausschüssen und haben somit einen unmittelbaren Zugang zu den kommunalen Entscheidungsgremien: Unsere Stimme wird gehört! Außerdem sind wir in vielfältigem Kontakt mit der Bevölkerung, organisieren Veranstaltungen wie das Jahreszeiten-Café oder den Mobilitätstag, bei denen wir uns direkt für unsere Altersgruppe engagieren.

Der Seniorenbeirat wird wachsen. Wie genau wird er gewählt und zusammengesetzt?

Der neue Seniorenbeirat wird auf 17 Mitglieder wachsen, zurzeit sind es 11. Neu ist, dass die Kandidaten alle auf einer Liste stehen und man seinen Kandidaten aus dem gesamten Stadtgebiet wählen kann. Dadurch gibt es keine unmittelbare Konkurrenz mehr im eigenen Stadtteil, wo sich mancher vielleicht nicht aufstellen lassen würde, weil ein guter Freund oder Bekannter bereits dort antritt. Neben den ordentlichen Mitgliedern gibt es seit 2018 auch eine Unterstützergruppe, die dem SBR zwar nicht angehört, aber je nach Fertigkeiten und Vorlieben an einzelnen Projekten oder Arbeitskreisen mitarbeitet. Unterstützer können ggf. als Nachrücker „kooptiertes“ Mitglied des SBR werden (ohne Stimmrecht), wenn jemand ausscheidet.

Der Seniorenbeirat bietet Veranstaltungen zur Mobilität an, beispielsweise Pedelec-Trainings.

Der Seniorenbeirat bietet Veranstaltungen zur Mobilität an, beispielsweise Pedelec-Trainings. © Patrick Radtke (Archiv)

Wie viel Arbeit investiert man als SBR-Mitglied?

Das ist über die gesamte Wahlperiode (5 Jahre) betrachtet temporär unterschiedlich und natürlich von der Übernahme von Funktionen im Vorstand oder in den Arbeitsgruppen abhängig. Normalerweise wird ein SBR-Mitglied in ein bis zwei Arbeitsgruppen mitwirken und an jeweils 4 bis 6 Sitzungen im Jahr teilnehmen. Für die jeweiligen AG-Sprecher kommen die korrespondierenden Ausschusssitzungen des Stadtrats dazu. Die ergänzende Mitarbeit in Einzelprojekten oder Arbeitskreisen kann jeder selbst steuern.

Welche Themen werden den Seniorenbeirat auch in Zukunft beschäftigen, wo gibt es Handlungsbedarf?

Da steht aus meiner Sicht ganz vorn die Mobilität der Seniorinnen und Senioren. Da haben wir uns ja auch in der Vergangenheit schon stark engagiert, von Schulungen am Pedelec bis zu Konzeptionen für den öffentlichen Nahverkehr und Unterstützung beim Start des Bürgerbus-Projekts. Das wird der SBR sicher im Auge behalten. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn der Beirat in die Umsetzung des ISEK-Projekts, des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts, wieder stärker einbezogen würde. Ich halte es auch für sehr wichtig, entsprechende Entwicklungskonzepte für die Ortsteile anzugehen. Aber das sind meine Überlegungen; ich will dem neuen Seniorenbeirat damit nicht vorgreifen. Die neuen Themenschwerpunkte muss der sich natürlich selbst setzen.

Das Jahreszeitencafé des Seniorenbeirats war immer gut besucht.

Das Jahreszeitencafé des Seniorenbeirats war immer gut besucht. © Jürgen Wolter (Archiv)

Wie läuft jetzt das konkrete Wahlverfahren ab?

Wahlberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Haltern ab 60 Jahren. An sie verschickt die Stadt Wahlbriefe für die Wahl bis zum 6. Januar. Bei der letzten SBR-Wahl hatten wir eine Wahlbeteiligung von rund 35 Prozent und hoffen, dass sie diesmal noch höher liegt. Wir würden uns über eine große Zahl von Kandidaten freuen, damit die Wählerinnen und Wähler im demokratischen Sinn des Wortes die Wahl haben. Mehrere Mitglieder werden aus der aktiven Arbeit ausscheiden.

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Wer sich für eine Kandidatur für den Seniorenbeirat interessiert, kann sich an Michael Schniederjan bei der Stadt Haltern am See wenden: Rathaus, Dr.-Conrads-Str. 1, Raum 1.10, E-Mail: sozialamt@haltern.de / Telefon: 02364 933-250.

Weitere Informationen zur ehrenamtlichen Tätigkeit des Seniorenbeirats finden sich auf dessen Homepage: www.seniorenbeirat-haltern.de.

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