Mögliche Wolf-Sichtung in Lavesum: Lanuv prüft Kamera-Hinweise

mlzWildkamera

Ein Wolf-Experte identifizierte das Tier, das Anfang April von einer Wildkamera in Lavesum aufgenommen wurde, bereits als Wolf. Doch ein offizielles Urteil steht noch aus.

Lavesum

, 04.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Halterner Zeitung berichtete Anfang der Woche über eine mögliche Wolf-Sichtung in Lavesum. Die Wildkamera des Halterners Mark Besten hatte nachts ein Tier aufgenommen, das möglicherweise ein Wolf sein gewesen sein könnte. Wolf-Experte Jos de Bruin ist sich ziemlich sicher, dass es sich dabei tatsächlich um das Wildtier gehandelt hat.

Wissenschaftliches Monitoring

Doch bevor es offiziell als Wolfs-Nachweis gilt, gibt es Überprüfungsmechanismen, wie Pressesprecher Wilhelm Deitermann vom Lanuv erklärt. Auf der Seite wolf.nrw sind alle bestätigten Wolfsnachweise in NRW aufgeführt, zuletzt verifiziert im März in der Gemeinde Schermbeck bei Dorsten. Die Gemeinde wurde bereits offiziell zum Wolfsgebiet erklärt.

Auf der Seite wird eine Geodaten-basierte Karte gepflegt, die interaktiv abgerufen und nach bestimmten Kriterien gefiltert werden kann. „Es handelt sich hierbei um ein wissenschaftliches Monitoring“, so Deitermann. Sichtungen eines Wolfes können direkt auf diesem Portal gemeldet werden.

Bei der Prüfung arbeitet das Landesumweltamt NRW (Lanuv) eng mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zusammen. Die DBBW wurde vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Wolfspopulation auf Wunsch der Umweltminister der Bundesländer geschaffen.

Bewertung und Beratung durch Experten

Das Projektteam berät die Naturschutzbehörden von Bund und Ländern bei allen Fragen zum Thema Wolf. Dies reicht von der Bewertung einzelner Hinweise bis zur Beratung beim Umgang mit auffälligen Wölfen.

Auch in einem Gebiet, in dem Wölfe ihr Revier haben, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Menschen einen Wolf zu Gesicht bekommen. Wölfe meiden die Nähe des Menschen. Vor allem bei jungen und unerfahrenen Wölfen kann es aber vorkommen, dass die Neugier stärker ist als die Furcht.
  • Wenn Sie einem Wolf begegnen, sollten Sie sich auf diese Weise verhalten:
  • Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern!
  • Nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis sich der Wolf zurück zieht.
  • Wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam zurück ziehen.
  • Man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht (laut ansprechen, in die Hände klatschen, mit den Armen winken).

„Zunächst handelt es sich bei solchen Sichtungen oder Fotos von Wildkameras um unbestätigte Hinweise“, sagt Wilhelm Deitermann. Experten des DBBW müssten die Fotos dann auswerten. Mark Besten, dessen Wildkamera die Fotos gemacht hat, wurde bereits aufgefordert, die Original-Bilder an das Lanuv zu senden. Außerdem Vergleichsaufnahmen des Standortes bei Tageslicht, den genauen Standort der Kamera mit Koordinaten, Modell und Höhe.

Nach Prüfung werde ein Fachmann vor Ort den Aufnahmestandort verifizieren. „Es ist schon vorgekommen, dass Aufnahmen, die ganz woanders entstanden sind, als heimische Wolfsbilder ausgegeben werden“, erklärt Lanuv-Pressesprecher Deitermann den Hintergrund. Wolfsberater wie Niels Ribbrock von der Biologischen Station in Dorsten würden dann gemeinsam mit dem Kamerabesitzer rausfahren, um sich vor Ort umzusehen.

Das Lanuv ist erreichbar unter: Tel.: 02361-305-0 (werktags)

Außerhalb der Geschäftszeiten/ am Wochenende: Tel.: 0201-714488 (Nachrichtenbereitschaftszentrale) oder per Mail an: wolf_nrw@lanuv.nrw.de

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