Bei der Wacholderwichtel-Route können die Kinder zum Beispiel mit selbst gebastelten Laternen den Weg durch die Halterner Natur ins Wichteldorf finden. © privat
Freie Zeit

Motto-Schnitzeljagd: Auf Schatzsuche durch die Hohe Mark

Langweilige Waldspaziergänge? Nicht, wenn man dabei Zaubersprüche, geheimnisvolle Hinweise und abenteuerliche Aufgaben findet - bei einer Motto-Schnitzeljagd durch die Halterner Natur.

Los geht es an einem Wanderparkplatz mitten in der Hohen Mark. Nur, wer genau hinschaut, findet hier schon den ersten Hinweis, dass gleich ein kleines Abenteuer beginnt: Unter der Wanderkarte baumelt ein kleiner schwarzer Hexenkessel, daneben ein einlaminiertes Schildchen mit der Aufgabe: „Finde die sagenumwobene Hexenbuche.“

Um die kleinen Pfeile und Hinweisschilder nicht zu übersehen, müssen die Kinder auf ihrem Weg ganz genau hinschauen.
Um die kleinen Pfeile und Hinweisschilder nicht zu übersehen, müssen die Kinder auf ihrem Weg ganz genau hinschauen. © Pia Stenner © Pia Stenner

Noch dutzende weitere solcher Hinweisschildchen mit kleinen Aufgaben werden auf den nächsten zweieinhalb Kilometern folgen. Aufgehängt haben sie Birgit Klapheck und Silvia Scheithauer, Mütter von je zwei Kindern im Kindergartenalter – die es galt, zu beschäftigen, als im ersten Corona-Lockdown fast nichts mehr ging. Dann kam die Idee zu einer Schnitzeljagd.

„Die Kinder – und auch wir – hatten so viel Spaß daran, dass wir das auch anderen weitergeben wollten“, erzählt Birgit Klapheck. „Erstmal nur über Instagram, das sollte eigentlich gar keine große Sache werden.“ Und doch wurde die Sache immer größer.

Birgit Klappheck und Silvia Scheithauer dachten sich die erste Schnitzeljagd eigentlich nur für ihre eigenen Kinder zur Beschäftigung in der Corona-Zeit aus, dann wurde das Projekt immer größer.
Birgit Klappheck und Silvia Scheithauer dachten sich die erste Schnitzeljagd eigentlich nur für ihre eigenen Kinder zur Beschäftigung in der Corona-Zeit aus, dann wurde das Projekt immer größer. © Pia Stenner © Pia Stenner

Kleine Pakete mit allem, was für die Schnitzeljagd gebraucht wird

Nun verschicken die beiden Freundinnen, die gerade in Elternzeit sind, kleine Pakete an andere Familien in der Region, mit denen diese sich dann eigenständig und unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen auf die Abenteuer-Routen in Haltern begeben können. Darin sind liebevoll gestaltete Erklärungen, Bastelanleitungen, Hilfsmittel, die für die Aufgaben bei der Schnitzeljagd benötigt werden – und natürlich der Schatz, den die Kinder am Ende jeder Schnitzeljagd finden sollen.

  • Für wen ist die Schnitzeljagd geeignet? Wegen der aktuellen Corona-Regeln für Gruppen mit maximal vier Kindern im Kindergarten- bis Grundschulalter. Die Routen sind nicht länger als drei Kilometer und dauern mit den Zwischenstopps etwa zwei Stunden.
  • Wo sind die Abenteuerboxen erhältlich? Als Online-Bestellung per Mail an abenteuer@halternerkinder.de oder in der Stadtbücherei Haltern. Die Veranstalterinnen bitten um kurze Terminabsprache, damit sich keine Gruppen überschneiden.
  • Wie teuer ist eine Schnitzeljagd? Eine Box für ein Kind kostet 15 Euro, für zwei Kinder 20 Euro, für drei Kinder 25 Euro und für vier Kinder 30 Euro.
  • Weitere Informationen auf www.halternerkinder.de.

Das alles immer thematisch an der jeweiligen Schnitzeljagd ausgerichtet: Es gab bereits eine Spiele-Route, eine Heimatfest-Route und im Herbst die Hexen-Route, die nun ausläuft. Für die Winterzeit führt noch bis Ende Januar eine Wichtel-Route rund um die Wachholderheide.

„Wenn wir so durch den Wald gehen, bekommen wir immer wieder neue Ideen und sehen überall nur noch mögliche Schnitzeljagd-Routen“, sagt Silvia Scheitheuer. Mittlerweile müssen die beiden auch einiges an Bürokratie erledigen: Die Routen mit den Behörden absprechen, Termine koordinieren, Pakete verschicken. „Das Kreative macht aber auch einfach Spaß“, bekräftigt Birgit Klapheck. Nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder seien nun viel lieber in der Natur unterwegs. „Es ist gar kein Vergleich zu vorher.“

Im Wald gibt es viel zu entdecken

Denn auf der Suche nach dem Schatz sind nicht nur die bunten Pfeile auf kleinen Steinchen oder die wegweisenden Hexensymbole zu entdecken: „Die Schnitzeljagd öffnet den Kindern auch die Augen für alles andere, was der Wald von sich aus so hergibt“, sagt Klapheck. Mal sei das ein besonderer Baumstumpf, mal ein Ameisenhaufen, mal eine Blindschleiche.

Einmal in der Woche laufen Silvia Scheitheuer und Birgit Klappheck ihre Schnitzeljagd-Routen noch einmal ab, um zu kontrollieren, ob alle Hinweise an Ort und Stelle ist und der Wald sauber hinterlassen wurde.
Einmal in der Woche laufen Silvia Scheitheuer und Birgit Klappheck ihre Schnitzeljagd-Routen noch einmal ab, um zu kontrollieren, ob alle Hinweise an Ort und Stelle sind und der Wald sauber hinterlassen wurde. © Pia Stenner © Pia Stenner

Was am Wegesrand auf den ersten Blick wie vertrocknete Blätter aussieht und gar nicht auffällt, sind kleine Fledermausanhänger, die an einem Ast baumeln. „Hier möchten wir dann zum Beispiel etwas auf den Schutz bedrohter Tierarten aufmerksam machen“, erklärt Silvia Scheithauer. Um durch die Schnitzeljagden nicht zu sehr in die Natur einzudringen, führen alle Routen nur über Hauptwege durch den Wald.

In einer Abenteuerbox ist eine Packliste für die Schnitzeljagd, eine Bastelanleitung, eine Notfallkarte des Weges und natürlich der Schatz.
In einer Abenteuerbox ist eine Packliste für die Schnitzeljagd, eine Bastelanleitung, eine Notfallkarte des Weges und natürlich der Schatz. © Pia Stenner © Pia Stenner

Nach gut zweieinhalb Kilometern, einem Zaubertrank aus Waldzutaten, einem kurzen Rückwärtslauf und vielen Zaubersprüchen geht es auf die sagenumwobenen Hexenbuchen zu. Am Wegesrand überzieht dichtes Moos Baumstümpfe mit knorrigen Wurzeln. Und wer genau hinschaut, sieht: Da glitzert etwas! „Das wichtigste für die Kinder ist natürlich am Ende immer der Schatz“, sagt Silvia Scheithauer. „Und die Medaille!“ fügt Birgit Klapheck hinzu. „Hunger, Regen, Kälte: Dann ist alles andere egal.“

Über die Autorin
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Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dortmund, komme aber immer wieder gerne zurück nach Haltern am See. Zum Beispiel, um dort für die Lokalredaktion Haltern unterwegs zu sein und so meine Heimatstadt und ihre Menschen jedes Mal noch ein bisschen besser kennenzulernen.
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Pia Stenner

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