Nach Deckeneinsturz in Haltern: Kodi-Unternehmensleitung ist entsetzt, Polizei ermittelt

mlzSuche nach Ursache

Der Haushaltswarendiscounter Kodi bleibt nach dem Deckeneinsturz bis auf Weiteres geschlossen. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Haltern

, 18.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstag (15. Februar) stürzten kurz nach 12 Uhr zur Überraschung von Mitarbeiter und Kunden im Geschäftslokal von Kodi an der Rekumer Straße Teile der Decke herab. „Das geschah so schlagartig, dass ich nur noch gedacht habe, bloß raus hier!“, schilderte eine Mitarbeiterin kurz danach gegenüber der Halterner Zeitung die Sekunden des Schreckens und der Angst. Die Einsatzkräfte sprachen zunächst von drei leicht verletzten Kunden, eine Mitarbeiterin musste schließlich wegen des erlittenen Schocks ebenfalls noch ärztlich versorgt werden.

Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet

Die Polizei hatte die Unfallstelle am Samstag beschlagnahmt, inzwischen ist sie aber freigegeben, wie Polizeisprecher Michael Franz erklärte. Weil es Verletzte gab, ermittelt die Kripo wegen fahrlässiger Körperverletzung und hat den Fall zur rechtlichen Würdigung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. „Ob es sich tatsächlich am Ende um eine strafbare Handlung handelt, werden die gutachterlichen Untersuchungen zeigen“, so Michael Franz.

Die Kodi-Unternehmensleitung äußerte sich auf Nachfrage der Halterner Zeitung am Dienstag zu dem Unfall. „Wir sind immer noch entsetzt. Unsere Vertriebsleitung ist umgehend nach Haltern gefahren, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen, außerdem haben wir unmittelbar Kontakt zu dem Vermieter des Ladenlokals aufgenommen. Uns ist an einer schnellstmöglichen und lückenlosen Aufklärung der Unfallursache gelegen“, so Richard Nölle, geschäftsführender Gesellschafter.

Geschäftsführer dankt Team und Einsatzkräften

Babak Kharabi, Geschäftsführer der Kodi-Diskontläden GmbH, dankt insbesondere allen Hilfskräften, die sich vor Ort um die verletzten Kunden und die Mitarbeiter gekümmert haben. „Neben Polizei und Feuerwehr bedanken wir uns ausdrücklich auch bei den Helfern des Technischen Hilfswerks, die erste Sicherungsmaßnahmen in der Filiale getroffen haben“, betonte Babak Kharabi. Durch das besonnene Handeln der beiden Mitarbeiterinnen, die die Filiale umgehend geräumt und den Notruf gewählt hätten, seien die Rettungskräfte schnell vor Ort gewesen. So habe Schlimmeres verhindert werden können.

Zum Zeitpunkt des Deckeneinsturzes waren zehn Kunden und zwei Mitarbeiterinnen in dem Ladenlokal. Alle konnten sich selbstständig ins Freie retten.

Filiale bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Die Filiale bleibt laut Auskunft der Unternehmensleitung bis auf Weiteres geschlossen. Ein technischer Sachverständiger wird die Unglücksursache ermitteln, erst danach werden die Aufräumarbeiten beginnen.

„Unabhängig davon sehen wir uns selbstverständlich in der Pflicht, uns um das Wohl der betroffenen Kunden und Mitarbeiter zu kümmern. Wir wünschen allen Betroffenen eine schnelle Genesung und alles Gute.“ ergänzt Babak Kharabi.

Grundsätzlich möchte Kodi an dem Standort Rekumer Straße bleiben. Die Mitarbeiter werden erst einmal nach einer Erholungspause in anderen Filialen eingesetzt. Hinweise für Kunden: Die nächste Kodi-Filiale befindet sich in Marl an der Hülsstraße 7.

Kodi ist seit 2005 in Haltern vertreten

Der Haushaltswarendiscounter Kodi mit Sitz in Oberhausen hatte im April 2005 einen langfristigen Mietvertrag mit der Halterner Eigentümerin abgeschlossen. Inzwischen gehört das vor Jahrzehnten gebaute Haus einer Grundstücksgemeinschaft. „Wir sind so dankbar, dass niemand ernsthaft verletzt wurde und wir sind ebenso dankbar für die Hilfe der Einsatzkräfte“, sagte einer der Eigentümer nach dem Unfall gegenüber der Halterner Zeitung. Zu den aktuellen Entwicklungen möchte er sich nun allerdings erst einmal nicht mehr äußern.

Lesen Sie jetzt