Jetzt drehen sich wieder alle vier Windräder im Bereich der Weseler Straße, auch das reparierte (2. v. r.) © Jürgen Wolter
Windrad

Nach Havarie: Das Windrad an der Weseler Straße läuft wieder

Nach fast acht Monaten drehen sich die Flügel wieder: Das Windrad an der Weseler Straße hat seinen Betrieb wieder aufgenommen. Bis dahin war es ein langer Weg.

Der Absturz war spektakulär: Am 20. April wurde ein Flügel eines Windrad an der Weseler Straße unweit von Bergbossendorf zerstört. Bei starkem Wind barst er und Teile stürzten zu Boden. In der Folge musste die Weseler Straße (B58) komplett gesperrt werden, weil weiterhin Teile des Flügels herabzustürzen drohten, und das in unmittelbarer Nähe des Straßenverlaufs.

Im April war ein Flügel des Windrads abgeknickt und später zu Boden gestürzt.
Im April war ein Flügel des Windrads abgeknickt und später zu Boden gestürzt. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Die Reparatur war aufwändig und zog sich über mehr als ein halbes Jahr in die Länge, aber jetzt läuft das Windrad wieder. „Um 18.25 Uhr am Mittwochabend (16. Dezember) lief der Betrieb wieder an“, freut sich Landwirt Hubertus Koch, auf dessen Feld die Anlage errichtet worden ist.

„Das war auch so ziemlich der letzte Termin, an dem das vor Weihnachten noch möglich war.“ Dass die Anlage jetzt läuft, das ist für Koch fast so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Reparatur zog sich über acht Monate hin

Für die endgültige Reparatur war zunächst ein Windradflügel montiert, dann der gesamte Kopf aber wieder abmontiert worden. „Das war notwendig, um den Kranz im Gleichgewicht herunter und später wieder hinauf zu transportieren“, so Hubertus Koch. Am Boden war dann die Montage der beiden weiteren vor einigen Wochen angelieferten Flügel erfolgt, bevor der Kranz mit den drei neuen Flügeln in der vergangenen Woche komplett montiert und anschließend in Betrieb genommen werden konnte.

„Es muss in Kürze noch einmal kontrolliert werden, ob alle Schrauben endgültig festsitzen“, sagt Hubertus Koch. „Ansonsten wird die Anlage kontinuierlich online überwacht und gesteuert. Es wurden zusätzliche Kontrollmodule eingebaut.“

Alle baugleichen Anlagen wurden überprüft

Nach dem Unfall war der Schaden auch ans zuständige Ministerium gemeldet worden. „Alle Anlagen des gleichen Typs sind daraufhin zusätzlich überprüft worden“, so Hubertus Koch. „Allerdings ist nirgendwo eine Unregelmäßigkeit festgestellt worden. Bei unserem Schaden handelt es sich um einen absoluten Einzelfall.“

Im Frühsommer hatten Gutachter einen Materialfehler als Ursache für den Absturz des Flügels ermittelt. Die Kosten für die Reparatur werden deshalb von der Firma Siemens Gamesa übernommen, die den Wartungsauftrag von der Erbauerfirma übernommen hatte. „Wir haben einen Voll-Service-Vertrag, deshalb ist auch das Unternehmen für die Reparatur zuständig“, sagt Hubertus Koch. Kosten sind deshalb für die Betreiber aus der Reparatur nicht entstanden.

Gutachter hatten die abgestürzten Teile untersucht.
Gutachter hatten die abgestürzten Teile untersucht. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Lediglich der Ertragsausfall während des achtmonatigen Stillstands geht bisher zu ihren Lasten. „Wir gehen aber davon aus, dass wir den aufgrund des vorliegenden Gutachtens auch erstattet bekommen“, so Hubertus Koch.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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