Neue Glocken in der Lambertikirche installiert

MÜNSTER „Nacken ab“, ruft Manfred Bethge in sein Funkgerät. Keine Reaktion. „Nacken ab!“ ruft er erneut – dieses Mal allerdings deutlich lauter. Die Anspannung ist groß, als ein Kran am Montag die erste von vier neuen Glocken in den Lambertikirchturm hievt.

von Von Oliver Koch und Ina Freiling

, 03.03.2009, 13:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neue Glocken in der Lambertikirche installiert

Eine Glocke wird in den Kirchturm gehievt.

Die Operation ist am Montag Morgen ein Publikumsrenner: Kindergartengruppen, mehrere Schulklassen, viele Passanten: Alle wollen sehen, wie die vier Glocken in luftige Höhen schweben.Als Pfarrer Dr. Ludger Winner die kleinere Glocke „Clemens August Graf von Galen“ anschlägt applaudieren die Zuschauer. Offensichtlich hat die Glockengießerei in Gescher gute Arbeit geleistet. Die Glocken aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn klingen hervorragend.

Noch besser wird der Klang durch den komplett neu errichteten Glockenstuhl. Eiche statt Metall heißt hier die Devise. „Der Klang ist jetzt wunderbar weich“, schwärmt Diakon Dr. Ralf Hammecke. Kein Vergleich sei das zum Vorgänger. Einem Eisengestell, das nach gut 100 Jahren nun ausgemustert wurde. Erstmals sollen alle acht Glocken zur Einführung von Bischof Felix Genn am 29. März gemeinsam erklingen. Damit die Glocken gemeinsam erklingen können, folgt ganz am Ende der Operation der kniffligste Teil: Die Glocken müssen durch eine Luke ins Gestühl herabgelassen werden. Obermonteur Bethge schaut noch mal ganz genau, seine Mitarbeiter bugsieren die Glocke mit vollem Körpereinsatz durch die Luke. Um kurz vor zwei atmen Bethge und Architekt Wolfgang Ubbenhorst auf: Alle vier Glocken sind sicher im Turm angekommen – Applaus vom Lambertikirchplatz

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