Neuer Teil der Sythener Chronik - Geheimnisse eines Briefträgers

Sythener Geschichte

SYTHEN “Die Päckchen aus Flensburg von `Tante Beate´ wurden ganz diskret zugestellt.“ Das zum Absender der Zuname Uhse gehörte, ging nur noch den Briefträger etwas an.

von Von Silvia Wiethoff

, 02.11.2009, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Karl Seine in Aktion: 43 Jahre lang versorgte er als Briefträger die Sythener mit Neuigkeiten. privat

Karl Seine in Aktion: 43 Jahre lang versorgte er als Briefträger die Sythener mit Neuigkeiten. privat

An seinen Arbeitsplatz, die alte Poststelle an der Dorfstraße, kehrte Seine jetzt für ein neues Kapitel der Sythener Chronik zurück. Hans Leipholz und Bruno Lücke arbeiten am fünften Teil der filmischen Heimatgeschichte. Aus diesem Anlass traf der 66-jährige Karl Seine auf einen seiner Vorgänger, den 82-jährigen Hubert Korte. Dieser versorgte das Dorf von 1944 bis 1989 mit Briefen und Päckchen. Nicht selten landeten auf seinem Fahrrad 50 kg und mehr. Für die dicken Quelle-Kataloge gab´s eine Aufwandsentschädigung. Ärgerlich war es, wenn die Adressaten nicht öffneten. Dann wurden die Sendungen die gesamte Tour über mitgeschleppt. „Dönekes“ haben beide Postzusteller zu erzählen.

Gemeinsam erinnerten sie sich zum Beispiel an die heiße Milch, die ihnen an kalten Wintertagen am Drügen Pütt serviert wurde. Das dickwandige Wirtschaftsporzellan sei extra im Ofen erwärmt worden, so dass man kräftig pusten musste, um überhaupt einen Schluck hinunterzubekommen.

Für den Sythen-Film entlockte Kiepenkerl Paul Schrör den immer noch agilen Briefträgern ihre Geheimnisse. Wenn die Dreharbeiten nach Zeitplan verlaufen, soll die neue Chronik pünktlich vor dem Weihnachtsfest auf den Markt kommen. Teil VI befasst sich mit den Jahren 1960 bis 1975. Zu den Hauptthemen gehören neben der Postgeschichte, das Schützenfest 1962, der Abbruch des Hauses Sythen, der Bau des evangelischen Blickpunktes und des Freibads sowie die Eingemeindung.

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