Nils Thiele hält für den Halterner Segelclub Stevertalsperre die Fahne in Tokio hoch

mlzOlympische Spiele 2020

Niels Thiele aus Haltern fliegt im kommenden Jahr zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Seine Qualifikation: Er ist engagierter Jugendwart des Segelclubs Stevertalsperre.

Haltern

, 29.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Sei dabei und erlebe hautnah die Olympischen Spiele 2020 in Tokio!“ - das NRW-Familienministerium wusste mit dieser Einladung zu begeistern. Sportjugendliche aus dem ganzen Land im Alter von 17 bis 26 Jahren bewarben sich, 120 dürfen vom 18. Juli bis 1. August an dem Jugendcamp unter dem Motto „BeUnited“ teilnehmen. Auch Niels Thiele - als einziger Halterner. In den kommenden Herbstferien wird er seine Reisebegleiter in einem Workshop im Sport- und Erlebnisdorf Hinsbeck kennenlernen.

„Es ist schon sehr aufregend, eine solche Einladung zu bekommen“, beschreibt Nils Thiele sein Glücksgefühl. „Der ganze Vorstand beneidet ihn“, sagt Geschäftsführer Nikolai Weber mit einem Augenzwinkern. Natürlich kam die Einladung nicht einfach so ins Haus geflogen. Angesprochen waren Jugendliche, die sich durch besonderes ehrenamtliches Engagement in ihrem Verein hervortun. Und da ist Nils Thiele ein Paradebeispiel.

48 Stunden Ehrenamt

Der 18-Jährige segelt seit drei Jahren, ist inzwischen Jugendwart und Trainer und ist immer ansprechbar, wenn Hilfe gebraucht wird. „Wir sind froh, so einsatzfreudige Segler in unseren Reihen zu haben wie Nils“, sagt Nikolai Weber anerkennend. 48 Stunden im Monat reserviert Nils Thiele für das Ehrenamt. Neben dem Segelclub Stevertalsperre ist er auch beim Malteser Hilfsdienst aktiv. Beim Jugendcamp in Tokio geht es jedoch um mehr als Sport und Sanitätsdienst.

Jugendliche aus Deutschland und Japan sollen sich in Tokio begegnen, um bei Ausflügen, Thementage und Sportprogramm die jeweilige Kultur und Geschichte des Landes kennenzulernen. Am Ende steht für Nils Thiele die Aufgabe, im Rahmen von Projekttagen im Mai 2020 unter dem Titel „Japan im Verein/in der Kommune“ seine Erfahrungen in einem Vortrag zu präsentieren. In Tokio bleibt es aber nicht allein bei den Begegnungen. Nils Thiele erhält auch Tageskarten für die Olympischen Spiele.

Japan, ein Land der Träume

Und das ist für den begeisterten Wassersportler - Nils ist auch aktiver Taucher - ein weiterer Höhepunkt. Ihn interessieren besonders Segel- und Leichtathletikwettbewerbe. Doch er lässt sich überraschen, was für ihn während der Olympiade möglich ist. „Ich wollte schon immer gern nach Japan“, erzählt der 18-Jährige. Das Land auf diese Weise kennenzulernen, findet er großartig.

„Der Club freut sich mit Nils. Er trägt den Namen unseres Segelclubs in die Welt hinaus und wirft mit unserem Wimpel in Tokio den Anker“, sieht Nikolai Weber in seinem jungen Clubkameraden auch einen Botschafter.

Weltwärts ausgerichtet

Der Segelclub Stevertalsperre ist gerade von der Hullerner Straße zur Stadtmühlenbucht gezogen. Vom neuen Clubhaus, in dem noch viel Handwerksarbeit steckt, blicken die Segler jetzt direkt auf den Stausee. „Wir sind ein Regatta-orientierter Verein und sind international unterwegs“, erklärt Nikolai Weber. Mit den OK-Jollen fahren die Sportler beispielsweise zu Welt- und Europameisterschaften sowie zu den Deutschen Meisterschaften. Und in der Bootsklasse Europe, der Einmann-Jolle, ist Robert Zink ebenfalls in internationalen Gewässern erfolgreich. Der Club ist weltwärts orientiert und da passt Nils, der mit einer OK, der internationalen Einmann-Jolle, Segel setzt, sehr gut ins Image.

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