Der Sythener Landwirt Martin Hagemann kennt sich mit Bäumen zum Weihnachtsfest aus. © Winkelkotte
Weihnachten

O Tannenbaum: Welcher Weihnachtsbaum am besten zu mir passt

Was unterscheidet eigentlich eine Nordmanntanne von einer Blaufichte? Wir vergleichen mit Weihnachtsbaumverkäufer Martin Hagemann aus Sythen die beliebtesten Sorten.

Ein Christbaum gehört zu Weihnachten wie die Eiersuche zu Ostern. Jede Familie schmückt ihren Tannenbaum individuell – der Baum selbst aber ist in vielen Wohnungen von derselben Sorte. „Die meisten setzen auf Nordmanntannen“, sagt Weihnachtsbaumverkäufer Martin Hagemann. „Aber auch die Blaufichte ist ein beliebter Baum.“ Seit mittlerweile rund 25 Jahren bietet Familie Hagemann auf ihrem landwirtschaftlichen Hof Bäume zum Verkauf an. Mit uns vergleicht der Landwirt fünf verschiedene Baumsorten.

Der Klassiker: Nordmanntanne

„Die Nordmanntanne ist ganz besonders beliebt, weil sie ihre Nadeln nicht so schnell verliert“, erklärt Martin Hagemann. Bis die Tanne ihren Weg in unser Wohnzimmer findet, können bis zu 10 Jahre vergehen und das hat seinen Preis. Die Nadeln sind nicht so spitz und pieken auch nicht so sehr. „Dieser Baum ist mittlerweile der Klassiker und wird von einem Großteil der Kunden genommen.“

Der „Traditionelle“: Blaufichte

Die Blaufichte finden wir am zweithäufigsten in den Wohnzimmern. „Sie duftet herrlich nach Weihnachten und hat sehr spitze Stacheln“, erklärt Martin Hagemann. „Ihre Äste sind robust und tragen auch schwereren Baumschmuck.“ Leider verliere sie schneller ihre Nadeln. „Der Staubsauger sollte also immer griffbereit sein. Dafür ist die Blaufichte etwas günstiger als die Nordmanntanne. Viele ältere Kunden greifen zu diesem traditionellen Baum.“

Der „Harzige“: Rotfichte

Die Rotfichte trägt auch den harzigen Weihnachtsduft der Blaufichte. Ihre Nadeln sind aber mehr tannengrün, weshalb sie manchmal fälschlich auch als Rottanne bezeichnet wird. Hagemann: „Auch sie wirft gerne ihre Nadeln ab und ist etwas zierlicher. Zu schwerer Baumschmuck ist eher nicht geeignet.“ Weil die Rotfichte schnell wachse, sei sie oft auch recht günstig zu bekommen.

Der „Alleskönner“: Nobilistanne

Die Nobilistanne gehört zu den robustesten Weihnachtsbäumen. „Bisher gilt die Nobilistanne als Liebhaberbaum und ist eher unbekannt, aber ihre vielen Vorteile überzeugen“, sagt Martin Hagemann. Durch ihre lange Haltbarkeit und Nadelfestigkeit sei die Nobilistanne als Weihnachtsbaum, aber auch als Schnittgrün bei Kennern sehr beliebt. „Die stabilen Äste halten auch schweren Weihnachtsbaumschmuck gut aus und machen die Tanne insgesamt sehr stabil.“

Wen der etwas unregelmäßige Wuchs der Nobilistanne nicht störe, der könne diesen Baum bestens im Innenbereich aufstellen.

„Das ist schon schade“

„In diesem Jahr ist wegen Corona leider alles etwas anders“, sagt Martin Hagemann. Auf dem Hof gelte Maskenpflicht. „Gespräche mit den Kunden müssen auf Abstand geführt werden. Das ist schon schade, aber so ist das halt.“

Insgesamt sei der Verkauf trotz Corona aber gut angelaufen. Und egal für welchen Weihnachtsbaum man sich entscheidet. „Schön geschmückt sind sie alle eine Augenfreude für die Weihnachtstage“, so der Sythener Landwirt.

Auch Händler Michael Laub bietet in diesen Tagen Weihnachtsbäume auf seinem Platz an der Recklinghäuser Straße (gegenüber Trinkgut) an. Eigentlich verkauft der Halterner Skulpturen und Dekorationsartikel aus dem asiatischen Raum, doch nun wollte er mal was anderes ausprobieren. Deshalb habe er sich 150 Nordmanntannen aus dem Sauerland kommen lassen. „Not macht erfinderisch. In diesen schwierigen Zeiten muss man auch mal neue Wege gehen.“ Auch ein kleiner Weihnachtsbasar soll Kunden anlocken.

Der Halterner Michael Laub verkauft neben seinen asiatischen Skulpturen nun auch Weihnachtsbäume. © Winkelkotte © Winkelkotte

Bleibt noch eine Frage offen: Wer hat eigentlich den Weihnachtsbaum erfunden? In der lettischen Hauptstadt Riga soll 1510 auf dem Rathausplatz die erste geschmückte Tanne der Welt gestanden haben. An deren Ästen baumelten Blumen, Früchte und Spielzeug – eine ins Kopfsteinpflaster eingelassene Gedenktafel erinnert noch heute daran.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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