Ortsschilder in Lippramsdorf könnten bald den Zusatz „Ranstrop“ tragen

mlzNeue Ortsschilder

Der Heimatverein hat bei der Stadt Haltern beantragt, auf den Lippramsdorfer Ortsschildern an den plattdeutschen Namen „Ranstrop“ zu erinnern. Bald könnte es so weit sein.

Lippramsdorf

, 18.03.2019, 05:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bald könnten die Ortstafeln in Lippramsdorf durch den alten, plattdeutschen Ortsnamen „Ranstrop“ ergänzt werden. Die Stadt jedenfalls schlägt dem Kulturausschuss vor, die Aufnahme dieser Bezeichnung auf den Schildern zu ermöglichen.

Für diese Neuerung setzt sich der Heimatverein Lippramsdorf ein, der einen entsprechenden Antrag im Rathaus einreichte. Die besondere Form der Traditionspflege hat das Heimatministerium NRW Ende 2017 mit einem Erlass auf den Weg gebracht.

Drei-Viertel-Mehrheit im Rat ist Voraussetzung

Danach können Ortsnamen auch in regionaler Sprachvariante aufgeführt werden. Der Kulturausschuss bereitet mit seiner Diskussion und Empfehlung die notwendige Abstimmung im Rat vor. Hier ist eine Mehrheit von drei Vierteln der Mitglieder notwendig, um neue Ortsschilder durchzusetzen.

Die Stadt rechnet zunächst mit Kosten in Höhe von 500 Euro. In einem ersten Schritt schlägt die Verwaltung vor, die fünf Schilder an den einfallenden Straßen Dorstener Straße (aus Fahrtrichtung Haltern und Dorsten kommend), Birkenallee, Lembecker Straße und Erzb.-Buddenbrock-Straße auszuwechseln. Die weiteren Ortstafeln könnten dann sukzessive ausgetauscht werden.

Mit der Entscheidung des Halterner Rates wäre die Ergänzung des Namens „Ranstrop“ allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Die Verwaltung müsste über den Kreis und die Bezirksregierung Münster einen Antrag an das Heimatministerium senden und ihren Wunsch begründen.

Die Begründung der Stadt Haltern

Im Beschlussvorschlag für den Kulturausschuss lautet die Begründung wie folgt: „Aus den schriftlichen Überlieferungen mit namentlicher Erwähnung von Lippramsdorf ist zu entnehmen, dass, betreffend einer Ortsnamenbezeichnung in der Urkundensprache, verschiedene Varianten quellenmäßig belegbar sind. So lässt sich die Bezeichnung ‚Hramesthorpe’ erstmals durch

Urkunde aus dem Jahr 899 belegen. Ende des 12. Jahrhunderts ist die Bezeichnung ‘Ramestrope’ zu finden. Im Jahre 1491 wurde der Ort als ‚Lipramstorpe’ bezeichnet. Die Bezeichnung ‚Ranstrup/Ranstrop’ entspringt der niederdeutschen Sprache (Plattdeutsch) und lehnt sich an die mittelalterliche, früheste Bezeichnung an (-torpe). Die Varianten ‚-trup’ und ‚-trop’, welche für ‚Dorf‘ stehen, kommen dabei auch in unserer Region vor (z.B. Westrup oder Antrup). So ist in ‚Lippramsdorf‘ die niederdeutsche Bezeichnung ‚Ranstrop‘ sprachhistorisch verwurzelt und ist die Voraussetzung für eine Übersetzung des Gemeindenamens und Ergänzung der Ortstafeln nach alledem

erfüllt.“

Der Schul-, Sport- und Kulturausschuss tagt am Donnerstag (21. März) um 17.30 Uhr im Sitzungssaal des Hans-Böckler-Berufskollegs, Dependance Haltern am See, Weseler Str. 36. Ab 17 Uhr schaut sich der Ausschuss dort ein digitales Klassenzimmer an.
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