Siegfried Schweigmann (hinten l.) und Martin Rogge (am Tisch, l.) sammelten beim Ortsteilforum in Gesprächen Anregungen für Verbesserungen in Hullern. © Elisabeth Schrief (Archiv)
Ortsteilforum

Ortsteilforum ist kein Wunschkonzert – Haltern sucht ein neues Format

Wie lebt es sich in den Ortsteilen? Dieser Frage ging die Stadt in Hullern und Lippramsdorf nach, Lavesum und Flaesheim sollen folgen. Doch die Stadt ist über die Ortsteilforen unglücklich.

Nachdem Gutachter im Rahmen von Isek (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) die Innenstadt unter die Lupe genommen und Ideen für Projekte entwickelt hatten, zogen sie weiter in die Ortsteile. Entsprechend einem politischen Beschluss sollen sie auch dort nach Stärken und Schwächen suchen und sich mit den Bürgerinnen und Bürgern austauschen.

Doch Baudezernent Siegfried Schweigmann regt an, für diesen Gedankenaustausch ein neues Format zu suchen. „Nach den Abenden in Lippramsdorf und Hullern bin ich nicht ganz glücklich. Wir haben den Teilnehmern suggeriert, dass wir ihre Wünsche erfüllen können“, sagte Schweigmann im Stadtentwicklungsausschuss angesichts langer Wunschzettel aus den beiden Ortsteilen.

Termine in Flaesheim und Lavesum verschieben sich

Doch die Stadt könne nichts versprechen, sei für bestimmte Anliegen gar nicht zuständig und müsse sehen, wo sie für Maßnahmen Geld auftreiben könne. „Ich bin nicht undankbar, dass wir die Foren in Lavesum und Flaesheim noch nicht durchführen konnten“, gab Schweigmann unumwunden zu. Diese sollten im Winter 2020/21 stattfinden, verschieben sich wegen Corona aber auf unbestimmte Zeit.

Dr. Heinz-Werner Vißmann (WGH) relativierte die Selbstkritik: „Die Hullerner waren froh, dass sie überhaupt mal gehört wurden.“ Ulrike Doebler (Die Grünen) regte an, neue Kriterien zu entwickeln, um aus solchen Foren den Klang von Wunschkonzerten zu nehmen. Für Vorschläge sei er offen, entgegnete Schweigmann.

Bauen und Verkehr sind die stärksten Themen

Im Dezember 2019 und im Januar 2020 fanden die Ortsteilforen in Lippramsdorf und Hullern statt. Verkehrsthemen brannten den Teilnehmern vor allem auf den Nägeln. Sie wünschten sich eine Verbesserung der Radwege-Infrastruktur, die Taktverdichtung von Bussen und die Verbannung von Verkehr aus der Dorfmitte. Daneben drängten sie darauf, mehr Bauland auszuweisen.

Eine Vielzahl von Verbesserungsvorschlägen lag gar nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt, zum Beispiel die Öffnung des Hullerner Stausees als Badesee oder die Anschaffung weiterer Lippefähren.

Gunther Albrecht schreibt in der Vorlage zum Ausschuss: „Es wäre in einigen Fällen hilfreich, Ansprechpartner für einzelne Anregungen zu kennen, um die Umsetzbarkeit der vorgetragenen Ideen im Nachgang erörtern zu können. Hier bedarf es bei den künftigen Foren einer Nachsteuerung im Format.“

Grundsätzlich ist sich die Politik einig, dass Entwicklung auch in den Ortsteilen stattfinden muss. „Wenn wir nichts tun, geht die Infrastruktur verloren und damit die Lebensqualität“, mahnte Arno Huesmann (SPD).

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Elisabeth Schrief

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