Parteien brauchen Bedenkzeit in Sachen "FriedWald"

Naturbestattung

Ob es in Haltern künftig einen Bestattungswald geben wird, bleibt offen. Die SPD verschob ihren Antrag auf das nächste Jahr. Die Parteien waren sich bisher noch nicht einig darüber. Das Thema abzuhaken, dafür war es aber zu früh.

HALTERN

, 25.02.2015, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Bild aus einem Friedwald: Die Tafel mit den Namen der Bestatteten hängt an dem betreffenden Baum.

Ein Bild aus einem Friedwald: Die Tafel mit den Namen der Bestatteten hängt an dem betreffenden Baum.

Bis zum nächsten Jahr wollen sich alle Parteien Zeit nehmen, um Informationen und Meinungen einzuholen. „Es lohnt, darüber nachzudenken“, fasste Arno Huesmann (SPD) im Ausschuss Bauen und Verkehr den allgemeinen Konsens zusammen.

Zuvor stellte Stephan Martini, zuständig für Waldakquisition und Kommunalberatung bei der „FriedWald GmbH“, das Konzept seines Unternehmens im Ratssaal vor. „FriedWald“ hat als erster Anbieter in Deutschland Naturbestattung möglich gemacht. Dem Startprojekt bei Kassel im Jahr 2001 folgten 51 weitere.

Geschützte Marke

Auf insgesamt 2515 Hektar Wald fanden bis jetzt 53.969 Beisetzungen statt. „Wir brauchen Kommunen und Waldbesitzer als Partner“, betonte Stephan Martini. In der Regel sieht das Vertragswerk so aus: Träger eines „FriedWaldes“ ist die Kommune, die Waldpflege übernehmen Forstverwaltung oder Waldbesitzer, das Unternehmen kümmert sich um die verwaltungstechnische Betreuung des Waldes.

„Die Marke ’FriedWald‘ ist geschützt, um ein einheitliches, ökologisch anerkanntes Naturbestattungskonzept aufzubauen und überall die gleichen Standards zu gewährleisten“, erläuterte Martini.

600.000 Einwohner

Ein „FriedWald“ hat einen Einzugsbereich von 600.000 Einwohnern einer Stadt oder Region. Das Nutzungsrecht gilt für 99 Jahre ab Datum der Eröffnung. Stephan Martini sieht in der Haard oder Hohen Mark durchaus Flächen, um einen Halterner „FriedWald“ einzurichten.

Als Größe stellt er sich 30 bis 50 Hektar vor. Nur als eigenständige Einrichtung könne ein FriedWald seine Wirkung entfalten, eine Beteiligung an Waldbestattungen zum Beispiel auf kirchlichen oder kommunalen Friedhöfen in Haltern schloss Martini aus. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“

Versuchsphase

Um die Existenz der Kommunalfriedhöfe nicht zu gefährden und steigende Friedhofsgebühren zu vermeiden, wären CDU und WGH der Empfehlung der Verwaltung, einem „FriedWald“ nicht zuzustimmen, gefolgt. „Wenn wir uns vertagen und sagen, wir behalten das Thema im Auge, dann können wir das akzeptieren“, sagten Markus Ernst und Johannes Föcker übereinstimmend.

Was zähle, ergänzte Andy Zimmermann (FDP) sei letztlich der Bürgerwille. Sabine Keller (Die Grünen) bat: „Wir sollten auf keinen Fall sofort den ’FriedWald‘ begraben.“ Baudezernent Wolfgang Kiski schlug vor, in einer Versuchsphase Urnen-Bestattungen an Bäumen auf dem Kommunalfriedhof in Sundern anzubieten. 

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