Panzerblitzer Paul hat den Dienst bereits aufgenommen. Jetzt kommt er auch nach Haltern. © Ranft
Geschwindigkeitsüberwachung

„Paul“ sieht alles: Panzerblitzer wird in Haltern vielseitig eingesetzt

Paul sieht alles: Der Panzerblitzer des Kreises, der in beide Richtungen blitzen kann, hat den Dienst aufgenommen. Nach Haltern kommt er „sehr bald“. Der Kreis beschreibt Pauls Vorzüge.

Seit dem 16. November ist „Paul“ im Einsatz. Seinen Dienstbeginn hatte die hochmoderne Blitzanlage, die auch unter der Bezeichnung „Panzerblitzer“ bekannt ist, zwar nicht in Haltern. Aber „schon sehr bald“, wie die Kreisverwaltung jetzt auf Anfrage mitteilte, soll die semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage auch in der Seestadt blitzen.

Jede Woche teilt der Kreis auf seiner Webseite mit, wann in welchen Städten und an welchen Straßen Geschwindigkeitsmessungen geplant sind. Paul ergänzt die Starenkästen und mobilen Anlagen des Kreises Recklinghausen.

So kam Paul zu seinem Namen

Mitarbeiter des Kreises Recklinghausen haben die semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage auf den Namen Paul getauft. Dabei muss die landläufige Bezeichnung PANZER-Blitzer offenbar eine Assoziation mit dem Künstlernamen eines populären Stand-Up-Comedians aus Köln ausgelöst haben. Kurzerhand übernahm man den Vornamen des Komikers.

An Gefahren- und Unfallhäufungsstellen soll er künftig anzutreffen sein. „Es sind die bekannten Stellen, an denen der Kreis auch schon jetzt mit seinen mobilen Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen unterwegs ist“, sagt Sprecherin Lena Heimers.

Zwei Kameras – alles im Blick

Paul kann aber mehr als die herkömmlichen Blitzer. Der Panzerblitzer ist mit zwei Kameras ausgerüstet. Das laserbasierte Messsystem erfasst die Geschwindigkeiten in beiden Richtungen. Und benötigt dafür keinen großen Vorlauf wie die alte Technik. „Die anderen Anlagen brauchen eine gerade Strecke von etwa 50 Metern, um auszulösen“, sagt Lena Heimers. Daher könne Paul auch an Stellen entlang der bislang überwachten Straßen aufgestellt werden, an denen die alten Anlagen nichts ausrichten konnten.

Bis zu einer Woche an einer Stelle im Einsatz

Nicht zuletzt überwacht Paul rund um die Uhr das Tempo der Verkehrsteilnehmer. Denn Personal ist bei seinem Einsatz nicht erforderlich. Und so plant der Kreis, den samt Anhänger gut 1100 Kilo schweren Blitzer sogar bis zu einer Woche an seinem jeweiligen Einsatzort stehen zu lassen.

Die Anschaffung von „Paul“ kostete den Kreis rund 80.000 Euro zuzüglich der beiden Kameras im Wert etwa 50.000 Euro. Die Bilder werden von Mitarbeitern der Kreisverwaltung ausgewertet und in Knöllchen umgewandelt. Lena Heimers betont allerdings ausdrücklich, dass es dem Kreis nicht darum gehe, Geld zu verdienen. Vielmehr wolle er die Sicherheit im Straßenverkehr mit Pauls Einsatz gewährleisten.

10.000 zusätzliche Knöllchen in Castrop-Rauxel

Der schwergewichtige Blitzer ist der erste seiner Art, der sich im Besitz des Kreises befindet. Heimers: „Und er wird auch der einzige bleiben.“ Größere Städte wie Castrop-Rauxel oder Herten haben ähnliche Blitzeranlagen geleast oder gemietet. Dort heißen sie „Gunther“, „Ursula“ und „Horst-Rüdiger“. Dabei rechnet beispielsweise die Stadt Castrop mit Gunthers Hilfe mit 10.000 zusätzlichen Knöllchen pro Jahr, aus denen sich Erträge von rund 200.000 Euro generieren ließen. Das teilte der dortige Leiter des Bereichs Ordnung und Bürgerservice, Thomas Roehl, mit.

Vorsicht: Alarmanlage

Dass Paul auch mit dem Unmut der Bevölkerung rechnen muss, haben die Beispiele aus anderen Städten bereits gezeigt. Mehrmals sind die Kamerageräte wie bei Starenkästen auch besprüht worden. Der Kreis warnt jedoch. Auch diesbezüglich könne Paul mehr. Der High-Tech-Blitzer verfüge über eine Alarmanlage.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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