Personallücke bei der Feuerwehr Haltern gefährdet die Rettung in Notfällen

mlzFeuerwehr Haltern

Die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans zeigt auf, welche umfangreichen Aufgaben die Feuerwehr in Haltern übernimmt und wo Nachbesserungen dringend erforderlich sind.

Haltern

, 07.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Feuerwehr in Haltern braucht Verstärkung. Das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse, die aus der ersten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes gezogen werden kann. 13 Jahre nachdem die erste Version vorgelegt wurde, hat Wachleiter Werner Schulte alle relevanten Aspekte des Feuerwehrwesens in Haltern auf den neuesten Stand gebracht.

Wenn erwartet wird, dass die Feuerwehr in Notfällen binnen weniger Minuten am jeweiligen Einsatzort in der Stadt eintrifft, dann muss ihr Personal aufgestockt werden. Das ist der umfangreichen Zusammenfassung auf 136 Seiten zu entnehmen.

Um beispielsweise Personallücken bei der hauptamtlichen Wache mit zurzeit 34 Kräften vor allem an Wochenenden und Feiertagen zu schließen, müsste ein weiterer Rettungsassistent/Notfallsanitäter eingestellt werden.

Es fehlen hauptamtliche und ehrenamtliche Feuerwehrkräfte

Angeraten sind laut Bericht außerdem drei weitere Feuerwehranwärter in den nächsten drei Jahren. Bei den Löscheinheiten der Freiwilligen Feuerwehr fehlen sogar 37 Kräfte. Darüber hinaus ist in ihren Reihen nicht genügend Führungspersonal vorhanden. Hier wird es immer schwieriger, junge Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen.

Folgende Maßnahmen werden für die Motivation verdienter Einsatzkräfte vorgeschlagen: Unterstützung bei der Suche von Arbeitsplätzen im näheren Umfeld, einschließlich der Vermittlung von Praktika für die Jugendfeuerwehrmitglieder; finanzielle Förderung der Kameradschaftspflege; Unterstützung bei der Suche von Wohnungen; finanzielle Unterstützung bei Tätigkeiten, die dem Feuerwehrdienst zugutekommen (z.B. Fitnessstudio); Feuerwehrrente; Aufwandsentschädigung.

So setzt sich das Gefährdungspotenzial in Haltern zusammen

Das spezielle Gefährdungspotenzial in Haltern setzt sich aus vielfältigen Faktoren zusammen. Es gehören die Bevölkerungsdichte (Einw. je km²: 245,01) und die Verkehrsinfrastruktur (beispielsweise Autobahnen bis Stadtstraßen, Bahnstrecke, Wasserstraße oder Brücken) ebenso dazu wie die Tatsache, dass der Tourismus für erhebliches Verkehrsaufkommen sorgt.

Es spielt sogar eine Rolle, dass die städtische Baubehörde bei Genehmigungen von mehrgeschossigen Gebäuden davon ausgeht, dass ein zweiter Rettungsweg über eine Drehleiter der Feuerwehr sichergestellt werden kann.

„Ein gegenüber dem Standardfall erhöhter Schutzbedarf ergibt sich bei Gebäuden und sonstigen Objekten, in denen sich mehr Menschen als in durchschnittlichen Wohngebäuden aufhalten, die aufgrund von Krankheit, Alter oder Behinderung in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind oder in denen gefährliche Stoffe oder Güter gelagert sind“, schreibt Werner Schulte in seiner Bestandsaufnahme.

Sensible Gebäude sind mit Brandmeldeanlagen ausgestattet

Davon seien derzeit in Haltern am See 38 Objekte mit Brandmeldeanlagen ausgestattet, die direkt auf die Empfangseinrichtung in der Kreis-Leitstelle der Feuerwehr aufgeschaltet sind. Zu ihnen gehören das St. Sixtus-Hospital, die LWL-Tagesklinik und die Altenpflegehäuser, aber auch Beherbungs-, Verwaltungs- und Gewerbebetreibe sowie Schulen und Kultureinrichtungen.

Zu den Großveranstaltungen, die mit Risiken verbunden sind, zählen das Heimatfest, das Stauseefestival und die Schützenfeste. Zurzeit sind 18 Sirenenstandorte im Stadtgebiet verteilt.

Die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans Haltern steht auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag (8. Oktober, ab 17.30 Uhr und des Rates am Donnerstag (10. Oktober) ab 17.30 Uhr. Beide Gremien tagen im großen Sitzungssaal des Rathauses, Dr.-Conrads-Straße 1.
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