Der Personalrat der Stadtverwaltung Haltern am See unterstützt geschlossen den Verdi-Aktionstag. Auf dem Foto Ulrich Koopmann (Personalratsvorsitzender / Bildmitte) und Simone Voyé (stellv. Personalratsvorsitzende / 4.v.l.) und Mitstreiter. © Ver.di
Kommunale Finanzen

Personalrat der Stadt Haltern schlägt Alarm – Mitarbeitermangel stresst

Der Personalrat der Halterner Stadtverwaltung schlägt Alarm. Der Kommune gehe es wie anderen in NRW finanziell schlecht. Das habe Auswirkungen auf die Beschäftigten, aber auch auf die Bürger.

Unter dem Motto „Zukunft sichern, Kommunen stärken“ geht der Personalrat der Halterner Stadtverwaltung auf die Straße. Nicht nur Mitglieder der Gewerkschaft Verdi, sondern alle Beschäftigten tragen eine Aktion mit, die die Politik auf Bundes- und Landesebene zum Handeln auffordert.

Die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen müssten gestärkt werden, sagt der Halterner Personalrat, sagen aber auch die Mitarbeitervertretungen in allen kreisangehörigen Städten und der Kreisverwaltung.

Von ausreichender Personalausstattung weit entfernt

Ulrich Koopmann, Personalratsvorsitzender bei der Stadt, sagt: „Die kommunale Finanzmisere hat konkrete Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der Stadtverwaltung. Von einer ausreichenden Personalausstattung sind wir in vielen Bereichen weit entfernt. Dies führt zu einer höheren Arbeitsintensivität und zu Stress für die Beschäftigten.“

Die stellvertretende Vorsitzende Simone Voye ergänzt: „Im September sind Bundestagswahlen, 2022 Landtagswahlen. Wenn wir jetzt nichts in Sachen kommunale Finanzen bewegt bekommen, dann wird dies auf alle Beschäftigten und Beamten bei den Arbeitsbedingungen, dem Personalmangel oder bei Tarifverhandlungen drastisch durchschlagen.“

„Den Gemeinden wie Haltern droht der Kollaps“

Gewerkschaftssekretär Eric Lobach aus Recklinghausen denkt gleichzeitig an die Konsequenzen für die Bürger. „Auch alle Bürgerinnen und Bürger sind betroffen, wenn bei der Infrastruktur, der Kultur oder der Bildung noch weniger Geld da ist. In den Gemeinden droht der Kollaps“, ist er überzeugt. Er sieht Bund und Land in der Pflicht und hofft, dass die Zuständigkeiten nicht immer hin und her geschoben werden. Durch die Corona-Pandemie würde die finanzielle Lage der Städte noch einmal wieder schwieriger. Es sehe düster aus.

Der Halterner Personalrat unterstützt deshalb eine kreisweite Resolution von Personalratsmitgliedern anlässlich des NRW-weiten Aktionstages der Gewerkschaft Verdi am 18. Mai.

Bürgermeister Andreas Stegemann stimmt dem Aufruf zu vor dem Hintergrund, dass die finanzielle Situation der Stärkungspaktkommunen aus dem Kreis Recklinghausen und damit auch in Haltern weiterhin kritisch ist. „Wir brauchen vor Ort gute Leute“, bezieht er sich in erster Linie auf die personelle Ausstattung der Verwaltung. Der Wettbewerb um qualifizierte Auszubildende und Mitarbeiter werde zunehmend schwieriger. „Mit flexiblen Arbeitszeiten und einem sicheren Arbeitsplatz vor Ort haben wir aber auch gute Argumente auf unserer Seite.“

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Elisabeth Schrief
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