Personeller Aderlass beim TuS: Leistungsträger stehen vor dem Absprung

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Alles scheint möglich beim TuS Haltern am See: Ein Rückzug in die Oberliga ist nicht ausgeschlossen. Zudem steht dem Regionalligisten offensichtlich ein großer personeller Umbruch bevor.

von Olaf Krimpmann

Haltern

, 27.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Nachfrage bestätigt der Sportliche Leiter Sascha Kopschina, dass sich der Verein von etlichen Stammkräften trennen wird. In welcher Spielklasse allerdings die Zukunft des TuS liegt, das bleibt offen. „Wir warten zunächst einmal ab“, so der Sportliche Leiter.

Fakt ist: Der TuS hat die Lizenzunterlagen für die kommende Regionalliga-Saison frist- und formgerecht eingereicht. Allerdings will der Verein keinen weiteren organisatorischen Kraftakt vollziehen wie in dieser Spielzeit.

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„Wir sind ja überall sehr herzlich empfangen worden, ob in der Mondpalast-Arena oder in Wattenscheid. Aber auf Dauer ist das nicht zu stemmen“, so der Sportliche Leiter. „Ziel muss sein, möglichst alle Heimspiele in der heimischen Stausee-Kampfbahn zu bestreiten.“

Entscheidung über Liga nicht vor dem 20. Juni

Das Problem: Die Anlage genügt nicht den Ansprüchen für die Regionalliga. Im Gespräch mit dem „Reviersport“ machte Marketingchef Raphael Brinkert deutlich, dass alleine die Installation eines Flutlichts auf der städtischen Anlage - eine der Auflagen - rund 80.000 Euro verschlingen würde. Ein Rückzug in die Oberliga Westfalen wäre demnach kaum überraschend, auch Sascha Kopschina bezieht das in die Überlegungen mit ein. „Aber noch einmal: Wir planen zweigleisig, entschieden ist nichts.“

Was für die vierte Liga spricht: „Die Regionalliga wird in der neuen Saison eine andere Qualität haben. Dass es in der Regionalliga ab dem 1. September Spiele mit 2.500 oder mehr Zuschauern geben wird, halte ich für unwahrscheinlich. Wenn die Zuschauerzahl reglementiert werden sollte - vielleicht auf 250 -, könnten wir alle Spiele auch bei uns austragen“, erläutert der Sportliche Leiter.

Eine Entscheidung dürfte frühestens nach dem 20. Juni fallen: Dann will der Westdeutsche Fußballverband entscheiden, wie er mit der aktuellen, bislang nur unterbrochenen Regionalliga-Saison verfahren will.

Kasak zurück zur Spvgg. Erkenschwick?

Weitaus konkreter sind die Personalplanungen am Stausee: Mittlerweile steht fest, dass etliche Leistungsträger den Verein verlassen werden. Mit der Installierung von Timo Ostdorf als neuen verantwortlichen Übungsleiter hatte der TuS das Projekt „Atletico Bilbao“ ausgerufen, was bedeutet: Der Klub will nun verstärkt auf eigene Talente setzen. Offenbar nicht in dieses Konzept passen die Winterzugänge Emre Yesilova, Berkant Canbulut und Nurettin Kayaoglu.

Aus der Halterner Aufstiegsmannschaft werden Arda Nebi (Ziel unbekannt), Lukas Opiola (wird mit TuS Hordel in Verbindung gebracht) und Christoph Kasak den Verein verlassen. Kasak soll dem Vernehmen nach vor einer Rückkehr zur Spvgg. Erkenschwick stehen. Alexander Rothkamm zieht es offenbar zum SV Sodingen.

„Natürlich sind wir bestrebt, auch Spieler aus dem bisherigen Stamm zu halten“, so Sascha Kopschina, der namentlich Lukas Diericks nennt. Halterns Kapitän „soll bleiben“.

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