Pferde bringen Kinder miteinander in Kontakt

03.09.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sythen Mancher Besucher des Linnerts dürfte sich am Samstag gewundert haben. Wo kamen bloß all diese Kinderstimmen her, und warum parkten so verdächtig viele Autos am Eingang des Waldgebiets? Die Lösung des Rätsels: Erstmalig veranstaltete die IGBCE-Ortsgruppe auf dem Reiterhof Kolbe ein Sommerfest für Kinder - für behinderte und nicht-behinderte Mädchen und Jungen.

Voltigieren

Letzterer Zusatz mag zunächst ungewöhnlich klingen, doch es war ein Hauptziel des Festes, diese beiden Gesellschaftsgruppen, die sonst leider selten miteinander in Kontakt kommen, für einen Nachmittag zusammenzubringen. Und passend zur Lokalität spielten Pferde hierbei eine wichtige Rolle.

Denn Sabine Gilbeau, ausgebildete Reittherapeutin, bietet auf dem Reiterhof regelmäßig heilpädagogisches Voltigieren an. Beim Voltigieren turnen eine oder mehrere Personen auf einem Pferd, das sich in einer seiner drei Gangarten bewegt. Gilbeaus Angebote richten sich vor allem an Kinder mit geistigen Behinderungen oder Erkrankungen wie ADS. Während der Therapieeinheiten können die Kinder laut Gilbeau auf dem Rücken der Pferde nicht nur ihre Feinmotorik entscheidend verbessern, sondern auch soziale Fähigkeiten trainieren. Anfängliche Angst wandle sich dabei in vielen Fällen in Begeisterung. Gilbeau kann von erstaunlichen Erfolgsgeschichten berichten - beispielsweise von einem behinderten Mädchen, das zwar nicht laufen kann, auf dem Rücken ihres Therapie-Pferdes aber zu motorischen Kunststücken fähig ist. Bei einer Voltigier-Show zeigten Kinder, aber auch erwachsene Profis den Besuchern beeindruckende Kunststücke, die teilweise von rhythmischer Musik unterlegt wurden. Zwei Zirkus-Pferde zerbissen beispielsweise Luftballons.

Wem es dabei zu rasant zuging, für den gab es auch gemächlichere Möglichkeiten, mit Pferden in Kontakt zu kommen: Kutschenfahrten rund um den Reiterhof. Die motorischen Fähigkeiten wurden bei vielen Geschicklichkeitsspielen angesprochen. Es gab einen Schminkstand und auch Verpflegung. Den Erlös wird die IGBCE spenden. Robert Orzschig, stellvertretender Leiter der IGBCE-Ortsgruppe, freute sich, dass im Laufe des Nachmittags rund 1000 Kinder mit ihren Eltern den Weg auf den Reiterhof fanden.

Integrative Arbeit

"Integrative Arbeit ist eine wichtige gesellschaftliche Arbeit", betonte er. Orzschig hält selbst zwei Pferde auf dem Hof und hatte die Idee zu der Veranstaltung, nachdem er Gilbeau bei ihrer Arbeit beobachtet hatte. ls

Infos über die Arbeit von Sabine Gilbeau: www.voltiwerk.de

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