Bürgermeister Bodo Klimpel sieht Bedarf für neue Senioreneinrichtung für Haltern

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Haltern braucht eine neue Senioreneinrichtung, sagt Bürgermeister Bodo Klimpel. Der Kreis hingegen findet: Zumindest bis 2021 gebe es keinen weiteren Bedarf. Das sind die Hintergründe.

Haltern

, 19.09.2019, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel ist der Ansicht, dass es in Haltern eine weitere Senioreneinrichtung geben muss. Der Bürgermeister hat in den vergangenen Wochen mehrere Senioreneinrichtungen in Haltern besucht. Das Ergebnis: „Nach unseren Erkenntnissen gibt es zumindest perspektivisch einen Bedarf für weitere Altenheimplätze“, erklärt Georg Bockey, Sprecher der Stadt Haltern, auf Nachfrage.

„Herr Klimpel hat in den Einrichtungen gehört, dass es immer wieder Wünsche nach Plätzen gibt, die nicht immer sofort erfüllt werden können“, so Bockey weiter. Ein mögliches Grundstück hat die Stadt ebenfalls schon ins Auge gefasst: Im Stadtentwicklungsausschuss am 26. September (Donnerstag) soll eine landwirtschaftliche Fläche auf der Ecke Dorstener Straße / Krumme Meer nicht nur in eine Gemeinbedarfsfläche für eine Kindetagesstätte, sondern auch für ein mögliches Altenwohnheim umgewandelt werden. So sieht es zumindest der Beschlussentwurf vor, der Thema im Ausschuss sein wird.

Mit Blick auf die sich wandelnde Altersstruktur sei dies ein vorsorglicher Schritt, da es immer einige Zeit dauere, bis geltendes Planrecht geändert sei, so Stadtsprecher Thomas Gerlach.

Kreis Recklinghausen sieht keinen weiteren Bedarf in Haltern

Der Kreis Recklinghausen als übergeordnete Behörde für die Pflegeplanung rechnet auch in Haltern mit Blick auf die demografischen Zahlen damit, dass künftig immer mehr Menschen auf einen Pflegeplatz angewiesen sind. Bis zum Jahr 2021 soll laut einer Prognose die Zahl der aktuell 374 vollstationären Pflegeplätze in Haltern ausreichen. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Haltern soll zwischen 2019 (324) und 2021 (351) allerdings steigen, so der Kreis.

Es ergebe sich aktuell kein zusätzlicher Bedarf für weitere stationäre Pflegeeinrichtungen. Auch, weil rein rechnerisch unterversorgte Städte direkt an Nachbarstädte mit einer überhöhten Versorgungsquote grenzen. Aktuell gebe es kreisweit sogar 240 Pflegeplätze zu viel.

Stadt Haltern möchte demografischem Wandel vor Ort vorsorgen

Insgesamt bleibe abzuwarten, inwieweit sich in den kommenden Jahren die vollstationären Versorgungsstrukturen durch andere Leistungen wie bedarfsgerechte Wohnangebote sowie ambulante und teilstationäre Versorgungsformen verändern und der Einzug in stationäre Pflegeeinrichtungen weiter hinausgezögert oder sogar vermieden werde.

Die Stadt Haltern möchte vor Ort allerdings vorsorgen. Auch weil es oft schwierig sei, Kurzzeit- und Verhinderungspflegeplätze anzubieten. „Außerdem besteht immer öfter der Wunsch, in der Nähe eines Altenheimes ein Haus mit Wohnungen für Servicewohnen bzw. Betreutes Wohnen zu bauen. So könnten Paare, bei denen nur einer pflegebedürftig ist, räumlich sehr nahe wohnen“, so Klimpel.

Ein konkretes Konzept gebe es derzeit noch nicht, ebenso wenig einen Investor.

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