Platanen an der Dragendorfstraße gefällt

Ausbau unumgänglich

An der Dragendorfstraße wurden die Plantanen am Mittwoch, 25. Februar, gefällt - zum Ärger vieler Bewohner. Am Ausbau der Dragendorfstraße in der früheren Eisenbahnersiedlung führt wegen maroder Schmutz- und Regenwasserkanäle kein Weg vorbei. Aber warum müssen die vier Platanen weg und warum diese Eile?

HALTERN

, 26.02.2015, 05:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kurzfristig wurden die Platanen an der Dragendorfstraße gefällt.

Kurzfristig wurden die Platanen an der Dragendorfstraße gefällt.

Die Grünen wetterten, im Zuhörerraum des Ratssaals indes hörte sich der spontane Einwand eines Anliegers nicht nach Bedauern an. "Zwölf Mal im Jahr stehe ich auf der Leiter und putze die Blätter aus der Dachrinne. Die Platanen sind die Störenfriede, die unsere Kanalisation kaputtgemacht haben“, schimpfte spontan ein Hausbesitzer während der Sitzung des Ausschusses Bauen und Verkehr am Dienstagabend. Die geplanten neuen zehn Bäume sähe er aufgrund dieser Erfahrung auch lieber in einer anderen Straße.

Zügige Fällung notwendig

Die 1929 gepflanzten Platanen machten mit Stamm, Wurzelwerk und ausladender Krone sowohl Straße und als auch Kanal zu schaffen, führte Heinrich Stock (Technische Dienste/Baubetriebshof) aus. Sie müssen noch zügig in den letzten Februartagen gefällt werden, weil diese Arbeiten ab Beginn der Vegetationsperiode verboten sind.

Die Bäume gehören je zur Hälfte Stadt und Anwohnern. Bei den im Mai beginnenden Kanal- und gleichzeitig Straßenbauarbeiten wären sie laut Stadt nicht zu halten. „Wir müssen die Straße komplett aufreißen und in zwei Metern Tiefe bauen“, erklärte Heinrich Stock. Die Bäume stünden nicht nur im Weg, sie hielten den Angriff auf das Wurzelwerk nicht aus.

FDP enthält sich

„In einer Woche fällen wir das Todesurteil für Bäume, die seit 1929 die Straße säumen. Dazu haben wir kein Recht“, ärgerte sich Marlies Wesseler (Die Grünen). Letztlich stimmten die Grünen wie CDU, SPD, und WGH für Kanalerneuerung und Ausbau der Dragendorfstraße. Die FDP enthielt sich, weil sie mit dem Finanzierungsmodell, wonach die Stadt die Haushaltsmittel für den Straßenausbau nachträglich im Haushalt 2016 bereitstellt, nicht einverstanden ist.

Verärgerte Anwohner

Das Todesurteil für die Bäume ist schon früher gefallen, gestern fielen die Platanen selbst. Informiert worden seien die Anwohner darüber nicht.  „Was ist denn das für eine Informationspolitik?“, reagiert Sabine Hollenberg äußerst sauer. Sie ist in der Dragendorfstraße aufgewachsen und hat ihr Elternhaus vor elf Jahren mit ihrem Mann gekauft.

Nur Gespräche mit dem Eigentümer des Neubaus und der Hinweis in der Halterner Zeitung vom Freitag habe die Anlieger auf das Thema des Ausschusses aufmerksam gemacht. Außerdem hätten sich die Anlieger darüber gewundert, dass man am Dienstag zwar von der Fällung der Platanen und einer Beteiligung der Anwohner an den Straßenausbaukosten erfahren habe. Mit keinem Wort sei aber erwähnt worden, dass am Mittwoch schon die Firmen Bennemann und Mertmann mit schwerem Gerät die Straße ab 8 Uhr blockieren würden, und man kaum Zeit haben würde, sein Auto umzusetzen.

Absperrung veranlasst

Nach Meinung von Heinz Peelen, Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft, sei die Aktion am Morgen eine einzige Katastrophe gewesen. Baumaschinen und Kräne seien ohne Absicherung von Wegen über Grundstücke und Bürgersteige gefahren, der Kran habe meterlange Äste über die Köpfe von Passanten geschwenkt, so Pellen.

In seiner Not und aus Angst vor der Gefahr wandte sich Peelen an Bodo Klimpel. „Der Bürgermeister hat sich persönlich um die Sache gekümmert“, sagt Peelen. Bis zum Mittag habe er eine ordentliche Straßenabsperrung veranlasst. Nach Angaben der Stadt seien die Anwohner über die notwendigen Fällmaßnahmen vorzeitig per Hauswurfsendung informiert worden. 

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