Polizei zieht Serienstraftäter aus dem Verkehr

Mehr als 400 Einbrüche aufgeklärt

RECKLINGHAUSEN/HERTEN Ermittler des Regionalkommissariates in Herten konnten jetzt einen Serienstraftäter aus dem Verkehr ziehen, der für weit über 400 Einbrüche in Frage kommt.

30.10.2009, 11:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen des Präsidiums konnten Verdachtsmomente gegen den 57-jährigen immer mehr verdichtet werden. Die Erkenntnisse führten dann zur Festnahme des Recklinghäusers am 14.10. Gegen 6 Uhr konnten Beamte den Mann bei einem erneuten Einbruch in eine Garage in Recklinghausen auf der Berghäuser Straße auf frischer Tat festnehmen. Bei der Durchsuchung seines Pkw und der Wohnung konnten weitere Beweismittel aufgefunden und sichergestellt werden. Der 57-jährige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bochum dem Haftrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl wegen gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls erließ. Dass der Tatverdächtige für eine Vielzahl von Straftaten verantwortlich ist, davon waren die Ermittler überzeugt. Die tatsächliche Dimension überraschte sie dann aber doch. In seiner Vernehmung gab der 57-jährige bereits mehr als 400 Einbrüche in den Jahren 2008 und 2009 allein in Recklinghausen und Herten zu. Auf Grund der Vielzahl der Delikte mussten die Ermittler den Recklinghäuser an mehreren Tagen vernehmen.

Die Vernehmungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen, so dass sich die Zahl der Straftaten noch erhöhen dürfte. So liegen den Ermittlern auch Informationen vor, dass der 57-jährige unter anderem auch in den Städten Marl, Oer-Erkenschwick, Castrop-Rauxel und Herne aktiv war. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen muss davon ausgegangen werden, dass der Tatverdächtige fast jede Nacht unterwegs war um Einbrüche zu begehen. Das Diebesgut, hochwertige Werkzeuge und Maschinen, verkaufte er direkt nach den Taten auf Flohmärkten in benachbarten Städten. Durch die nach der Festnahme durchgeführten Ermittlungen konnten noch 3 Abnehmer des Diebesgutes identifiziert und festgenommen werden. Hierbei handelt es sich um einen 50-jährigen Gelsenkirchener, einen 55-jährigen Hertener und einen 61-jährigen Recklinghäuser. Gegen die Männer wurden separate Anzeigen wegen des Verdachts der Hehlerei erstattet. Ein Teil der Beute konnte bei den Durchsuchungen sichergestellt und den Geschädigten wieder ausgehändigt werden.

Dabei wurden nicht nur die Wohnungen der Tatverdächtigen durchsucht, sondern die Maßnahmen erstreckten sich auch auf Verkaufsstände auf Trödelmärkten. Die 3 Tatverdächtigen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Gesamtschaden dürfte sich etwa im sechsstelligen Eurobereich bewegen. Offensichtlich hat der 57-jährige seinen Lebensunterhalt mit den Straftaten bestritten. Die Ermittlungen dauern an.

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