Halterner Landwirt: „Wenn‘s jetzt nicht regnet, sehe ich für den Mais schwarz“

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Tagelang wird‘s in der kommenden Woche mehr als 30 Grad heiß. Was Sonnenanbeter freut, lässt Landwirte in Haltern am See verzweifeln. Gelsenwasser appelliert außerdem an Gartenbesitzer.

Haltern

, 19.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Betreiber der Schwimmbäder und Badeseen freuen sich beim Blick auf die Wettervorhersage, doch bei anderen werden die Sorgen immer größer. Die Halterner Landwirte verzweifeln schon fast, wenn sie sehen, wie heiß es in der kommenden Woche werden soll.

Mehr als 30 Grad sind für Dienstag bis Freitag durchgehend in Haltern am See vorhergesagt (23. bis 26. Juli). Regenrisiko null Prozent. „Mit sehr großer Sorge betrachten wir die Lage“, sagt Ortslandwirt Ludger Winkelkotte. Der wenige Regen der vergangenen Woche habe überhaupt nicht für Wasserreserven in den Böden gesorgt.

„Ein Jahr lang geht so etwas meistens noch“

„Beim Getreide wird es zumindest ein Bisschen Ertrag geben“, sagt Ludger Winkelkotte mit Blick auf die Ernte dieses Jahres: „Doch wenn das angekündigte Gewitter am Samstag nicht kommt, sehe ich für Mais auf den Sandböden schwarz.“

Für die landwirtschaftlichen Betriebe wird es auch finanziell eng. „Ein Jahr lang geht so etwas meistens noch“, sagt Winkelkotte. Doch nachdem schon das Jahr 2018 sehr trocken war, geraten viele Landwirte jetzt in Probleme. „Es ist sicherlich kritisch, wenn bei einem Hektar Mais 1000 Euro kaputt gehen“, so Winkelkotte.

Eine künstliche Bewässerung sei illusorisch

Doch welche Optionen haben die Landwirte, um auf das Wetter zu reagieren? „Beim Wetter sind wir machtlos“, sagt auch Friedrich Steinmann vom Kreisverband der Landwirte. Auch eine künstliche Bewässerung sei „für Getreide und Mais völlig illusorisch“. Weder Bewässerungsanlagen, noch Infrastruktur gebe es dafür. Dinge wie Erdbeeren, Kartoffeln oder Zwiebeln könnte man bewässern, aber keine Massenprodukte wie Getreide.

Halterner Landwirt: „Wenn‘s jetzt nicht regnet, sehe ich für den Mais schwarz“

Der sandige Halterner Boden kann das Wasser nicht lange speichern. © Kevin Kindel

Trinkwasser für den Gebrauch im heimischen Garten gebe es übrigens genug, sagt Heidrun Becker von der Firma Gelsenwasser. „Grundsätzlich soll man verantwortungsbewusst mit Wasser umgehen. Wir raten nur dazu, wenn möglich, früh morgens die Blumen zu gießen oder das Planschbecken zu befüllen.“ So werde das Versorgungssystem entlastet, weil abends zwischen 18 und 22 Uhr immer der größte Bedarf an Wasser bestehe. „Mengenmäßig ist aber genug vorhanden“, sagt Becker.

„Die Bäume können sich nicht wehren“

Auch die Forstwirte stehen vor großen Problemen. „Fichten sterben reihenweise weg“, sagt Ludger Winkelkotte. Ohne Wasser können sie kein Harz bilden, mit dem sie Schädlinge wie Borkenkäfer bekämpfen. „Die Bäume können sich nicht wehren.“ Durch das große Überangebot an Holz seien die Preise im Keller. Winkelkotte sagt: „Fichten sind im Moment nicht zu verkaufen.“

„Was uns fehlt, ist ein lange andauernder und ergiebiger Landregen“, sagt Ludger Winkelkotte. Wahrscheinlich sei er einer der Wenigen, die so etwas vor einem Wochenende in den Sommerferien sagen: „Aber hoffentlich kriegen wir wieder Regen.“

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