Reisewarnung: Halternerin bangt um ihre Rückkehr aus der Türkei

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Elke Rüdiger, ehemalige Redakteurin der Halterner Zeitung, ist aus gesundheitlichen Gründen in die Türkei gereist. Sie hatte nicht mit der anhaltenden Reisewarnung für das Land gerechnet.

Haltern

, 30.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Unsere ehemalige Kollegin Elke Rüdiger befindet sich in der Türkei und bangt ein wenig darum, ob sie am Sonntag (5. Juli) problemlos nach Haltern zurückkehren kann. Wie bei fast allen Reisen in diesem Jahr, nimmt auch hier das Coronavirus Einfluss und sorgt für Verunsicherung.

Als die 65-Jährige am 10. Juni in einem der ersten Flieger aus Deutschland in Richtung Antalya abhob, war sie überzeugt, dass die Reisewarnung für dieses Land aufgehoben würde. Damit hatte wohl auch die türkische Seite gerechnet, denn die türkische Fluggesellschaft SunExpress hatte ihr versichert, dass ihre Reise völlig problemlos verlaufen würde.

Die Landesregierung hat die Einreiseverordnung verlängert

Aufgrund der Corona-Pandemie hat jedoch das Auswärtige Amt die Türkei weiterhin zum Risikogebiet erklärt und rät von Urlaubsreisen dorthin ab. Das Land NRW hat in Folge eine Einreiseverordnung verhängt, die Rückkehrern aus der Türkei und einer Vielzahl weiterer Länder eine 14-tägige Quarantäne vorschreibt. Ganz aktuell wurde diese Verordnung am Dienstag (30. Juni) bis zum 15. Juli verlängert.

Elke Rüdiger ist nicht spontan und leichtfertig in die Türkei gereist. Ihr Bruder Dietmar, der sie auf dem Hinflug begleitete, hat dort etwa 140 Kilometer östlich von Antalya eine Immobilie. Er verbringt hier die Sommerzeit, weil das Klima für ihn förderlich ist.

Aus gesundheitlichen Gründen ist ihm auch Elke Rüdiger an seinen Zweitwohnsitz gefolgt. „Meine Rheuma-Schübe verringern sich dort erheblich“, sagt sie. Ein Physiotherapeut hilft ihr bei der Mobilisierung. Das Schwimmen im warmen Pool lindert ebenfalls ihre Beschwerden.

Seit einer missglückten Hüftoperation hat sie außerdem Schwierigkeiten beim Laufen. Ihr wurde mittlerweile die Pflegestufe 2 bewilligt. Ohne ihren Bruder und die zusätzliche Hilfe der Einrichtung „air clinics“ an den Flughäfen Düsseldorf und Antalya würde sie die Reise gar nicht antreten können.

Elke Rüdiger schaltete die Rechtsberatung des ADAC ein

Vor Ort fühlt sie sich absolut sicher. In der Türkei werde ihr nicht nur viel Hilfe zuteil („Die Leute hier sind so dankbar, dass überhaupt wieder ein Tourist gekommen ist.“). Sie empfindet es auch so, dass von Seiten der Türkei alles unternommen wird, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen.

Da nun der baldige Rückflug ansteht, hat sich Elke Rüdiger auf Anraten der ADAC-Rechtsberatung beim Kreis Recklinghausen erkundigt, wie sie den Weg vom Flughafen in Düsseldorf nach Haltern organisieren soll. „Ich habe zwei Mails an die Kreisverwaltung geschickt, aber keine Antwort bekommen“, erklärte sie in einem Telefongespräch.

Bevor sie am Sonntag in den Flieger nach Hause steigt, will sie in Antalya einen Corona-Test durchführen lassen. „Dafür muss ich vier Stunden vor dem Start am Flughafen sein“, hat die Rentnerin schon in Erfahrung gebracht.

Bei einem negativen Ergebnis steht der Heimreise nichts im Weg. „In Düsseldorf werde ich mir wohl ein Taxi nehmen“, sagt die ehemalige Redakteurin. Sie bestätigt, dass die Zahl der deutschen Touristen in der Türkei zuletzt trotz der Reisewarnung wieder zugenommen hat.

Die Türkei-Reisen nehmen wieder zu

Das spiegeln auch die Anfragen wider, die beim Kreis Recklinghausen eingehen. Immer mehr Türkei-Reisende, darunter auch Familien, erkundigten sich nach den Auflagen. Rückkehrer nach Deutschland sind auf jeden Fall gesetzlich verpflichtet, das örtliche Gesundheitsamt zu informieren. „Zudem sind die Fluggesellschaften aufgefordert, dem für den Zielflughafen zuständigen Gesundheitsamt für bestimmte Beförderungen bei den Reisenden Daten zu ihrer Identität, Kontaktdaten sowie Daten zur Reiseroute zu erheben, zu verarbeiten und zu übermitteln. Für die Zeit der Quarantäne unterliegt die Person der Beobachtung durch das zuständige Gesundheitsamt. Bei Verstoß muss mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro gerechnet werden“, teilte das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium auf Anfrage mit.

Es äußerte sich auch zur Transportfrage vom Flughafen an den Heimatort: „Auf dem Weg nach Hause sind die allgemeinen Anforderungen zu beachten, bei denen man davon ausgeht, dass Infektionsrisiken weitgehend nicht bestehen. Jedenfalls gibt es keine Unterschiede zwischen den einzelnen Fortbewegungsarten. Jede birgt ein gewisses Risiko.“

Es gibt Ausnahmen von der Quarantäne-Regel

Rückkehrer aus einem Risikogebiet müssen sich nach ihrer Ankunft in Deutschland unverzüglich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Eine Ausnahme wird allerdings gemacht, wenn sie sich noch im Urlaubsland auf Corona haben testen lassen (das Ergebnis darf nicht länger als zwei Tage zurückliegen).

Svenja Küchmeister, Sprecherin der Kreisverwaltung, weist darauf hin, dass ein eventueller Verdienstausfall - anders als bei angeordneter Isolation nach einem Risikokontakt - nicht von staatlicher Seite aufgefangen werde.

In Medienberichten wird daran gezweifelt, dass die örtlichen Gesundheitsbehörden die Einhaltung der Einreiseverordnung und Quarantäneregel zuverlässig kontrollieren können.

Elke Rüdiger ist zur Kooperation bereit und hofft jetzt auf eine gute Heimreise.

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