In der Stadtmühlenbucht bildet sich bereits eine Eisschicht. Einige Boote drohen einzufrieren. © Pascal Albert
Eisige Temperaturen

Rund 20 Segelboote in der Stadtmühlenbucht am See drohen einzufrieren

Arktische Kälte in Haltern: Nach dem Schneechaos rollt eine Kältewelle über Deutschland. Die teilweise zweistellige Minustemperaturen könnten nun auch den Stausee zufrieren lassen.

An den Uferbereichen in der Stadtmühlenbucht bildet sich bereits eine erste Eisschicht auf der Oberfläche des Gewässers. Und die niedrigen Temperaturen sollen noch einige Tage anhalten. Das könnte für einige Segler zum Problem werden. Sie haben im Herbst, zum Ende der Saison, ihre Boote nicht rechtzeitig aus dem Wasser bekommen. Dafür gab es einen Grund, wie Hafenwart Georg Bickhove zu berichten weiß.

Der Segelsport erfreut sich in Haltern seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Gleich mehrere Segelsportvereine sind in der Stadtmühlenbucht aktiv. Im Sommer liegen hier rund 250 Segelboote an mehreren Stegen verteilt. Jeweils Ende Herbst endet die Saison. Die Segelboote werden dann vom Wasser geholt und ins Winterquartier gebracht. Doch das gestaltete sich in diesem Jahr erneut schwierig.

Das dritte Jahr in Folge

„Unsere Kranbox in der Bucht war aufgrund des niedrigen Wasserstands im See über Wochen trocken gelegt. Den Hafenkran konnten wir daher leider erneut nicht benutzen“, erklärt Georg Bickhove, Hafenwart vom Segelclub Haltern am See (SCH). Als die Saison beendet war, mussten die Segler improvisieren. An der Sandbaggerei der Gelsenwasser AG konnten sie ihre Schiffe schließlich per Autokran an festen Terminen aus dem Wasser heben lassen. Inzwischen kommt so etwas wie Routine in das alljährliche Auskranen an der Spundwand bei Gelsenwasser, denn es war bereits das dritte Jahr in Folge, in dem zum Saisonende nicht mehr genügend Wasser im See war, um aus der Kranbox zu kranen.

Hafenwart Georg Bickhove
Hafenwart Georg Bickhove © SCH © SCH

Einige wenige Segler aus der Stadtmühlenbucht konnten das Angebot jedoch seinerzeit nicht wahrnehmen. Rund 20 Boote, davon etwa acht vom Segelclub Haltern, liegen daher immer noch im Wasser. Und nun? „Wir hoffen natürlich, dass die Kälte bald wieder vorbei ist“, sagt Hafenwart Georg Bickhove. „Wenn sich tatsächlich eine dicke Eisschicht bildet, sollten betroffene Bootsbesitzer aktiv werden.“

Denn: Der Bereich rund um das Rumpf der jeweiligen Boote müsse nach Möglichkeit frei von Eis bleiben. Sonst könnten Schäden drohen. „Insgesamt ist die Gefahr aus meiner Sicht aber überschaubar. Wir haben das im Blick“, meint der Hafenwart.

Club zahlreicher erfolgreicher Regattasegler

Der Segel-Club „Haltern am See“ e.V. (SCH) wurde 1950 gegründet und ist laut Internetseite der „älteste“ ansässige Segelclub am Halterner Stausee. „Wir sind der Club zahlreicher erfolgreicher Regattasegler besonders in den Klassen P-Boot, Pirat, Optimist, Dyas, Yngling, FD und Varianta“, heißt es. „Wir sind aber auch die Clubheimat von Fahrtenseglern, Wochenend- oder Feierabendseglern und natürlich Familiencrews.“

Die Vorfreude auf den Saisonauftakt im Frühjahr ist bei den meisten der Mitgliedern jetzt schon groß. Und so wie es aussieht, kann der Hafenkran die Boote dann wieder einsetzen. Aktuell ist der Stausee jedenfalls mehr als gut gefüllt.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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