Rund jeder vierte Regionalzug in Haltern ist verspätet

mlzZug-Verspätungen

Laut eines Berichts des Verkehrsministeriums NRW kommt rund jeder vierte Regionalexpress in Haltern zu spät. Noch erschreckender ist die Zahl der Zugausfälle.

Haltern

, 05.02.2019, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bericht, der am Mittwoch (6. Februar) in der Sitzung des Verkehrsausschusses vorgestellt wird, bezieht sich auf den Zeitraum von September bis November des vergangenen Jahres und basiert auf den Angaben der kommunalen Zweckverbände. Das sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe.

Demnach liegt die Pünktlichkeitsquote aller Regionalexpresslinien in NRW bei 73,2 Prozent - womit rund jeder vierte Zug zu spät kommt. Und das, obwohl Verspätungen, die unter 3:59 Minuten liegen, gar nicht in die Statistik eingerechnet wurden.

Die Haard-Achse durch Haltern ist 209 Kilometer lang

Teil des Berichts ist auch die Haard-Achse, die auf einer Gesamtlänge von rund 209 Kilometern den nördlichen mit dem westlichen Teil von NRW verbindet. Auf dieser Strecke verkehren durch Haltern die Linien RE2 (zwischen Münster und Düsseldorf) und RE42 (zwischen Münster und Mönchengladbach). Beide Linien weisen eine ähnliche Pünktlichkeitsquote auf wie der NRW-Durchschnitt: Während die Linie RE2 zu 72,1 Prozent pünktlich kam, liegt die Quote für die Linie RE42 bei 73,3 Prozent.

Neben den Verspätungen geht aus dem Bericht auch die Zugausfallquote hervor, die bei allen Regionalexpresslinien in NRW bei 7,1 Prozent liegt. Unterschieden werden muss hier allerdings zwischen vorhersehbaren Verspätungen (5 Prozent), wie beispielsweise Baustellen, und unvorhersehbaren Verspätungen (2,1 Prozent).

Insbesondere aufgrund von Baustellen kam es in Haltern zu einer extrem hohen Ausfallquote: Bei der RE2 liegt sie bei insgesamt 10,6 Prozent, wobei davon 8,9 Prozent vorhersehbar waren. Die RE42 kommt auf eine Quote von 10,4 Prozent (8,8 Prozent vorhersehbar). Hauptgründe waren baustellenbedingte Ausfälle zwischen Essen und Duisburg (RE2) sowie zwischen Gelsenkirchen und Duisburg (RE42).

Gründe für Verspätungen sind vielfältig

Neben den zahlreichen Baustellen gibt das Verkehrsministerium weitere Gründe für die Verspätungen und Ausfälle an. „Auf vielen Nahverkehrslinien ist 2018 zudem eine Zunahme an Fahrzeugproblemen festzustellen. Sowohl mangelnde Kapazitäten in den Werkstätten der Eisenbahnverkehrsunternehmen als auch Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung führen dazu, dass Fahrzeugreparaturen, Wartungs- und Inspektionsarbeiten wie auch sicherheitstechnische Überprüfungen die verfügbare Fahrzeugflotte spürbar einschränken“, heißt es im Bericht. „Hinzu kommt die Zunahme personalbedingter Zugausfälle aufgrund fehlender Lok-/Triebfahrzeugführer.“ Grund dafür sei laut dem Bericht jedoch nicht „der fehlende Wille, ausreichend Personal einzusetzen, sondern ein immer dringlich werdender Personalmangel“.

Verbesserung der Personalsituation

Und genau an diesem Punkt möchten die Verantwortlichen - die Zweckverbände und die Eisenbahnverkehrunternehmen - gemeinsam mit dem Verkehrsministerium NRW nun ansetzen und haben ein Programm zur Verbesserung der Personalsituation ins Leben gerufen. Neben dem Ziel, das Image der Bahn aufzupolieren und diese somit für potenzielle Arbeitnehmer attraktiver zu machen, steht die Qualifizierung entsprechender Fachkräfte im Fokus. „Angesprochen sollen unter anderem Servicekräfte, Quereinsteiger sowie Arbeitssuchende“, heißt es abschließend im Bericht.

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