Sankt Martin in den Kitas: Ohne Eltern, aber die Botschaft bleibt

mlzSankt Martin

Umzüge mit hunderten Kindern durch die Stadt kann es in diesem Jahr zu Sankt Martin nicht geben. Also sind die Kindergärten in Haltern kreativ geworden und haben sich Alternativen überlegt.

Haltern

, 25.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 11. November ziehen normalerweise hunderte Kinder, Eltern und Erzieher mit Laternen durch die Stadt und schauen sich die nachgespielte Geschichte von Sankt Martin an, der seinen roten Mantel teilt. Solche großen Menschenansammlungen lassen die aktuellen Corona-Regeln für Haltern im Risikogebiet in diesem Jahr nicht zu.

Die Corona-Schutzverordnung (CoronaSchVO) verbiete Umzüge zu Sankt Martin nicht explizit, so die Stadt Haltern auf Anfrage. Theoretisch seien Umzüge mit maximal 100 Personen also mit Abstand, Maske und Rückverfolgbarkeit erlaubt. Die Leiterin des Bürgermeisterbüros Martina Klaus sagt: „Jeder Veranstalter sollte sich aber die Frage stellen: Macht man so etwas in diesen Zeiten?“ Die Antwort darauf heißt bei den Kindertagesstätten in Haltern deutlich: „Nein.“

Martinsbrezel und Laternen - aber ohne Eltern

„Dass wir nicht mit 200, 300 Leuten und viel Tamtam auf der Straße rumlaufen können, war uns schon klar, bevor die Infektionszahlen wieder anstiegen“, sagt Cordula Borgsmüller vom Verbund der Kindergärten der Pfarrei Sankt Sixtus. „Wichtig ist uns aber, dass das Fest trotzdem nicht ausfällt.“ Nun habe man in den einzelnen Kindergärten „religionspädagogische Impulse“ geplant, die auf Ebene der Kindergartengruppen stattfinden - ohne Eltern.

Laternen-Basteln und Martinsbrezel-Essen fällt deshalb also nicht aus. Kleine Umzüge auf dem Kindergartengelände oder ein Schauspiel zur Geschichte des Sankt Martin seien in einzelnen Kitas geplant. Ähnlich sieht es bei den evangelischen Kitas aus, bestätigt Dennis Löpenhaus, der den Martin-Luther-Kindergarten leitet. „Alles bleibt Kindergarten-intern, ohne Eltern.“

„Licht teilen und Freude teilen“

Im katholischen Kindergarten St. Andreas in Hullern soll die Aktion „Teile dein Licht“ auch die Eltern in das Sankt-Martinsfest mit einbeziehen: Kinder basteln dort Lichtertüten, die die Eltern dann im Kindergarten oder im Dorfladen gegen eine Spende an die örtliche Caritas kaufen können. „So kommt das Signal des Sankt-Martin-Festes trotzdem an: Licht teilen und Freude teilen“, so Borgsmüller.

Auch beim DRK-Kindergarten Haltern-Sythen soll alles „im möglichen Rahmen“ stattfinden, sagt die Leiterin Stefanie Löer. Aus dem großen Laternenumzug mit Eltern wird ein kleiner Spaziergang ohne Eltern. Für die Kinder im Alter zwischen neun Monaten und drei Jahren im Vormittagsbereich, für die anderen Kinder gibt es eine gesonderte Veranstaltung um 17 Uhr in den einzelnen Gruppen. Dort sollen dann selbstgebackene Martinsbrezel gegessen werden und ein kleiner Umzug durchs Dorf gehen. „Nach einem abschließenden Kakao können die Eltern ihre Kinder dann wieder abholen“, so Stefanie Löer.

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