Sara Genz (12) aus Hullern engagiert sich für Entwicklungshilfe durch besondere Brillen

mlzHilfsprojekt

Mit nur 12 Jahren unterstützt Sara Genz aus Hullern das Projekt „Ein-Dollar-Brille“. Bei einem Infoabend am Samstag informiert sie über ihr Engagement in der Entwicklungshilfe.

von Lena Gerken

Hullern

, 11.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 150 Millionen Menschen auf der Welt brauchen eine Brille, können sich diese aber nicht leisten. Die Folgen: Kindern fällt das Lernen schwer oder der lebensnotwendige Beruf kann nicht weiter ausgeübt werden. Aus diesem Grund gründete der bayerische Lehrer Martin Aufmuth 2012 die Initiative „One Dollar Glasses“ oder auf Deutsch „Ein-Dollar-Brille“ und hilft den Menschen seitdem mit der schnellsten Brille der Welt.

Was mal mit einer Idee klein anfing, ist inzwischen eine weltweite Bewegung mit unzähligen Mitarbeitern und Freiwilligen geworden. Darunter die 12-jährige Sara Genz aus Haltern am See. Sie besucht zurzeit die sechste Klasse des Joseph-König-Gymnasiums und unterstützt das Projekt in ihrer Freizeit durch Vorträge bei Schulveranstaltungen, Spendenaufrufe und Informationsabenden wo sie nur kann.

Erster Kontakt bei einem Referat in der Schule

„In der vierten Klasse bin ich zum ersten Mal mit dem Thema in Kontakt gekommen, als jeder in der Klasse ein Referat halten musste“, sagt die Schülerin. Ihr Thema wurde dann die „Ein-Dollar-Brille“, und seitdem ließ sie das Projekt nicht los.

Gemeinsam mit ihren Schulkameraden, die ebenso von der Idee begeistert sind, sammelt sie jetzt Spenden und verteilt Flyer bei Veranstaltungen. „Wir haben letztes Jahr im Dorf Spenden gesammelt“, sagt sie. Ihr Wunsch ist es, dass möglichst vielen Menschen durch Spenden geholfen wird.

Sara Genz (12) aus Hullern engagiert sich für Entwicklungshilfe durch besondere Brillen

In diesem Präsentationkasten sieht man die verschiedenen Bestandteile der Ein-Dollar-Brille. © Lena Gerken

Sara sagt: „Der Optikermeister Udo Ulrich aus der Nähe von Stuttgart hat mich weitergebracht.“ Bei Treffen mit ihm lernte die 12-Jährige die Herstellung der Brillen - zwei Wochen brauche man, um das Handwerk dieser einfachen Modelle zu beherrschen. Sara Genz hat bislang 20 Brillen selbst angefertigt. „Ich hab auch ein Angebot bekommen, mir alles dort anzusehen, wo die Brillen benötigt werden“, sagt die Schülerin: „Das würd ich gerne mal machen, wenn ich älter bin. Vor Ort kann man das noch besser verstehen und unterstützen“.

Für diesen Samstag (13. Juli) um 19.30 Uhr lädt Sara zu einer Informationsveranstaltung in Hullern im Pfarrheim St. Andreas, Terwellenweg 13, ein. Es wird von dem Projekt sowie der Herstellung der Brillen berichten.

Im Laufe der Veranstaltung soll es einen Bildvortrag geben und man bekommt die Gelegenheit, sich anzusehen wie sich aus dem Material in einem Wert von einem US-Dollar eine Brille herstellen lässt.

Die Herstellung einer Brille dauert im Schnitt 30 Minuten

Die Brille besteht aus extrem leichten und gleichzeitig flexiblen und stabilen Federstahlrahmen und vorgeschliffenen Gläsern, welche mit einem einzigen Handgriff in den Brillenrahmen eingesetzt werden. Durch Kosten von einem US-Dollar pro Brille und einer Herstellungszeit von durchschnittlich 30 Minuten ist sie laut Projektteam die schnellste Brille der Welt. Sara sagt, der schnellste Bieger schaffe es, sogar in nur 17 Minuten eine Brille herzustellen.

Um ein stabiles und nachhaltiges System zu erschaffen, werden vor Ort die Einheimischen zu Optikern und Brillenproduzenten ausgebildet, die dann die Brillen selbst herstellen und verkaufen können. So werden nicht nur die Menschen mit Brillen versorgt, sondern es werden auch Arbeitsplätze und Möglichkeiten geschaffen.

Jeder kann helfen, ob mit freiwilligem Engagement oder mit einer Spende. Mit einer Spende von 100 Euro können 100 Brillen für die Menschen vor Ort produziert werden. So wird ihnen ein besseres Leben ermöglicht.

Weitere Informationen zu dem Projekt findet man auf der Webseite der Ein-Dollar-Brille oder beim Informationsabend in Hullern, zu dem Sara alle Interessierten einlädt.
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