Schlawin-Piskurek über das Aus des Jeki-Projekts

Interview

Die Stadt muss sparen: Davon betroffen ist auch die Musikschule. Das Jeki-Projekt (Jedem Kind ein Instrument) wird nach sechs Jahren Ende Julie beendet. Wir sprachen mit Projekt-Leiterin Gabriele Schlawin-Piskurek über das nahende Ende.

HALTERN

von Von Steffi Papproth

, 03.11.2012, 07:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Musikschule bietet noch freie Plätze beim Instrumental-Unterricht.

Die Musikschule bietet noch freie Plätze beim Instrumental-Unterricht.

Natürlich war auch uns bei der Musikschule klar, dass es Einsparungen geben wird. So werden zum Beispiel die Beiträge für die Musikschule in den kommenden Jahren in zwei Stufen erhöht. Aber das Ende von Jeki hat mich schon sehr unerwartet getroffen.

Wir haben vor allem bei den Erstklässlern viele Kinder erreicht, die sonst überhaupt keinen Zugang zur Musik haben. Einige haben dann auch ein Instrument erlernt und ab der dritten Klasse im Jeki-Orchester gespielt.

Bei den Kindern der ersten Klasse fällt eine Musikstunde (Jeki) weg oder muss durch eine Lehrkraft ersetzt werden. Außerdem werde ich das Programm am ersten Schultag für die neuen Erstklässler nicht mehr mit einem musikalischen Bühnenstück auflockern können. Auch das Jeki-Orchester wird es nicht mehr geben.

Ich habe bisher sieben Stunden pro Woche, vor allem Vormittags, den Jeki Unterricht in den einzelnen Ortsteilen betreut. Diese fehlenden Stunden müssen natürlich irgendwie wieder mit Arbeit gefüllt werden. Das könnte zum Beispiel eine Verstärkung der Grundausbildung oder eine Art Musikgarten für die Allerkleinsten bedeuten.

Das Jeki-Projekt ist, wie die Musikschule in Haltern, Teil meines Lebens (Gabriele Schlawin-Piskurek ist seit 1976 dabei, Anm. d. Red.). Ich war die Erste, die, nach einer Fortbildung in Bochum, das Projekt für Haltern optimiert und gelehrt hat. Es ist immer wieder schön, auf einen Schulhof zu kommen und von Kindern und Eltern freudig begrüßt zu werden.

Lesen Sie jetzt