Das Dach der Kita Holtwick musste frei geschaufelt werden. © Archiv
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Schneechaos vor zehn Jahren: Zwei Kirchen Heiligabend gesperrt

Vor zehn Jahren erlebten die Halterner außergewöhnliche Feiertage. Es rieselte so viel Schnee vom Himmel, dass Gebäude unter der dicken Decke einzustürzen drohten.

Haltern versinkt im Schnee. Der Bahn-, Bus- und Taxiverkehr muss wegen der Massen eingestellt werden. Nur noch die Hauptverkehrsadern im Stadtgebiet können vom Baubetriebshof geräumt werden. Das öffentliche Leben kommt zum Teil zum Erliegen, weil die Halterner sich einfach nicht mehr auf den Straßen bewegen können.

Das alles passiert natürlich nicht aktuell, wie ein Blick durch das Fenster zeigt. Das Schneechaos ereignete sich vor zehn Jahren und sorgte über das Weihnachtsfest 2010 für Schlagzeilen. Damals ächzen nicht nur die Bäume in den Wäldern unter der Last der weißen Pracht. Weil Dächer einzustürzen drohen, werden viele Gebäude in der Stadt gesperrt.

Zu große Last für die Dächer der Kirchen

An Heiligabend müssen beispielsweise die Messen in der Marienkirche und auf dem Annaberg ausfallen. Es wäre zu gefährlich gewesen, die Gläubigen dicht gedrängt in die Kirchen zu lassen, wo jeden Moment die Dächer nachgeben können. Vorsorglich bleiben auch die Sporthallen für einige Zeit geschlossen.

Außerdem muss auf dem Dach der Kita Holtwick eiligst geschaufelt werden werden, um den Schnee zu entfernen. In Sythen erinnert sich der eine oder andere vielleicht noch an das außergewöhnliche Weihnachtsfest. Am Heiligabend fällt ab 20 Uhr für zwei Stunden der Strom aus. Wer noch nicht zu Abend gegessen hat, holt seinen Campingkocher heraus, um wenigsten eine warme Suppe zu genießen.

Die Zustellung der Zeitung wurde abgebrochen

Sogar die Zustellung der Halterner Zeitung muss abgebrochen werden, weil die Boten den Weg zu den Häusern nicht mehr finden und auch nicht gegen die Schneemassen ankämpfen können. Geschäftsleute in Haltern engagieren ein privates Räumungsunternehmen, um für freien Zugang zu ihren Läden zu sorgen.

Die Mülltonnen werden teilweise später entleert. Immer wieder fahren sich die Entsorgungsfahrzeuge fest. Erst ab 6. Januar 2011 macht der Winter Pause und es kehren wieder normale Zustände ein.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff

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