Schweinefleisch ist deutlich teurer geworden - so reagieren Halterner Händler und Bauern

mlzSchweinepreise

Die afrikanische Schweinepest in Asien sorgt für höhere Preise beim Schweinefleisch. Das spüren auch die Halterner Metzger und Verbraucher.

Haltern

, 05.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Preise für Schweinefleisch haben in den letzten Monaten stark angezogen. Bis zu 40 Prozent sei das Schweinefleisch teurer geworden, sagen Halterner Metzger. Da China den eigenen Bedarf nicht mehr decken kann und dort Millionen von Schweinen entweder verendet sind oder getötet werden mussten, werde der eurpäische Markt leer gekauft.

„Ganz Europa liefert nach China“

Das bestätigt unter anderem Matthias Redlich von der Fleischerei Redlich in der Halterner Innenstadt. „Allein innerhalb der letzten zwei Monate hat sich der Preis pro Kilogramm um 50 bis 70 Cent verteuert“, sagt er. „Ganz Europa liefert inzwischen nach China. Und da das chinesische Weihnachtsfest später gefeiert wird als unseres, werden die Preise auch hoch bleiben.“ Eine geringere Nachfrage nach Schweinefleisch kann Redlich allerdings nicht festellen. „Die Nachfrage ist bisher im Prinzip unverändert“, sagt er.

Beim Prickingshof bleiben die Schnitzelpreise allerdings stabil. „Da wir selbst vermarkten, sind wir im Prinzip vom Weltmarkt zunächst unabhängig“, sagt Inhaber Thomas Döpper. „Bis ins nächste Jahr werden wir die Preise nicht anheben“, sagt er.

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„Schweinefleisch ist zurzeit ein sehr begehrtes Produkt“, sagt auch Landwirt Ludger Winkelkotte, der zurzeit rund 1200 Schweine in seinen Ställen hat. „Das ist für uns zwar zunächst mal positiv, aber natürlich machen auch wir uns große Sorgen, dass die afrikanische Schweinepest nach Deutschland rüberschwappen könnte.“ In Polen seien erste Fälle etwa 80 Kilometer vor der deutschen Grenze aufgetreten. Auch Belgien habe inzwischen Handelsbeschränkungen, weil dort infizierte Wildschweine gefunden wurden. „Die Zuchtschweine sind dort noch alle gesund, aber der Preis sinkt trotzdem wegen der Absatzprobleme.“

„Die haben das Problem noch nicht im Griff“

Im Februar lag in Deutschland der Preis bei 1,36 Euro pro Kilogramm Schweinefleisch, jetzt stehe er aktuell bei 2 Euro. In Asien seien bisher etwa 50 Prozent der Schweine entweder an der Schweinepest verendet oder hätten getötet werden müssen. „Und die haben das Problem noch nicht im Griff“, so Ludger Winkelkotte. Auch in Osteuropa ist die Schweinepest ausgebrochen. Durch Wildschweine oder die Lkw-Fahrer aus Osteuropa, die Lebensmittel mitbringen, könne die Krankheit auch schnell nach Deutschland übertragen werden. „Es gibt Veterinäre, die sagen, sie komme sowieso, es sei nur eine Frage der Zeit.“

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