Seestern-Ruine: Unterlagen gehen ans Bauministerium

Eigentümer werden geladen

Mit ihrem Antrag, das Thema Seestern im Stadtentwicklungsausschuss zu debattieren, haben die Grünen zwei Dinge erreicht: Der komplette Sachverhalt wird zum NRW-Bauministerium geschickt, außerdem wird die Eigentümergemeinschaft zur nächsten Sitzung Anfang 2014 eingeladen.

Haltern

22.11.2013, 09:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anwohner und Gleichgesinnte üben auf die Seestern-Besitzer mit Flyern und Unterschriftenaktion Druck aus.

Anwohner und Gleichgesinnte üben auf die Seestern-Besitzer mit Flyern und Unterschriftenaktion Druck aus.

"Spätestens seit dem Brand im Juni 2012 ist eine Situation entstanden, die wir nicht länger hinnehmen können", empörte sich Maaike Thomas (Grüne) am Donnerstagabend. Sie sprach von einem Erpressungsversuch und nannte es eine Sauerei, dass die Eigentümer die Ruine nicht abreißen. Kai Surholt (FDP) pflichtete den Grünen bei. Die Eigentümer seien frech und verantwortungslos.

Touristischer Baustein

Doch die Verwaltung hat außer baurechtlichen Ordnungsverfügungen mit Androhung von Zwangsgeld keine weitere Handhabe. Was sie eingeschränkt, ist die politische Entscheidung von Dezember 2010, wonach das Areal als touristischer Baustein mit einem neuen Hotel zu revitalisieren ist. Die Eigentümergemeinschaft will zusätzlich Ferienhäuser bauen, in Verträgen ist ein zeitgleicher Baubeginn festgelegt. Da laut Auskunft von Architekt Michael Maas aber kein Hotel-Investor zu finden ist, wollen die Seestern-Besitzer die Errichtung der Ferienhäuser vorziehen. Das lässt der politische Beschluss nicht zu.Zwei Jahre Zeit für den Abriss

Zwei Jahre haben die Eigentümer Zeit, die im Januar erteilte Abriss-Genehmigung umzusetzen, die Frist-Verlängerung um ein weiteres Jahr ist möglich. Nach Auskunft von Annette Brachthäuser (Bauordnungsamt) wird die Ruine inzwischen wöchentlich besichtigt. "Wir haben ansonsten unsere Möglichkeiten alle ausgeschöpft."

Manfred Ernst (CDU) und Reinhold Mast (WGH) regten in der Sitzung an, den politischen Beschluss zu überdenken. "Wenn ein Hotelbau offensichtlich wirtschaftlich nicht umsetzbar ist, dann müssen wir alternative Lösungen suchen", schlug Ernst vor.

Bürgermeister Bodo Klimpel will nun Gespräche forcieren, sagte aber auch klar: "Die Eigentümer setzen auf Zeit, davon lassen wir uns nicht beeindrucken."

 

esc

 

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