Seniorin zeichnet Gespräch mit falschem Polizeibeamten auf

Telefon-Betrugsmasche

Die Betrugsmasche hört nicht auf. Mitten in der Nacht rief die „Polizei“ bei einer Seniorin wegen eines angeblichen Einbruchs an. Als diese mit Ironie reagierte, wurde sie obszön beschimpft.

Haltern

, 13.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Polizei warnt vor Betrugsmaschen am Telefon und rät, am besten gleich aufzulegen.

Die Polizei warnt vor Betrugsmaschen am Telefon und rät, am besten gleich aufzulegen. © dpa

Die Masche der Betrüger geht so: Sie rufen als vermeintliche Polizeibeamte ältere Menschen an, erzählen etwas von einem Einbruch in der Nachbarschaft und fordern ihr Gegenüber am Telefon auf, ihnen zur Sicherheit Wertgegenstände zu übergeben. Eine 80-jährige Halternerin wundert sich, dass immer noch so viele Menschen darauf hereinfallen. Zumal man davon häufig in der Zeitung lese.

Auch sie ist angerufen worden. In der vergangenen Woche an einem Wochentag nachts um 23.32 Uhr. Die Halternerin weiß das auf die Minute, weil sie das Gespräch mithilfe ihres Anrufbeantworters aufgezeichnet hat.

„Hallo, wer ist da bitte?“ „Hören Sie mich, ich bin die Polizei. Schönen Abend. Es wurde bei Ihnen in der Nachbarschaft eingebrochen, haben Sie davon mitbekommen?“ Die 80-Jährige witterte den Betrug. Sie antwortete mit „Ja“ und brachte den Anrufer mit Ironie aus der Fassung. Als er merkte, dass er nicht ernst genommen wurde, wurde der Mann ausgesprochen ausfällig, beschimpfte die Seniorin mit obszönen Worten und legte nach einer Minute auf.

Die Herkunft des Anrufes wird verschleiert

Obwohl die Halternerin so souverän reagiert hat, hat sie der Anruf doch sehr aufgeregt. Sie alarmierte die Polizei und spielte die Aufzeichnung ab. Doch zur Ermittlung des Täters eignet sie sich leider nicht. Denn die Täter agieren häufig aus „Callcentern“ im Ausland.

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Sie nutzen das sogenannte „Call-ID-Spoofing“: Dies ermöglicht die Anzeige einer frei wählbaren Telefonnummer im Display des Angerufenen mittels Internettelefonie. Die wahre Herkunft des Anrufes wird nicht nur verschleiert, es entsteht der Eindruck, der Anruf stamme tatsächlich von der Polizei. Bei einem Anruf der echten Polizei erscheint jedoch niemals die Rufnummer 110 im Telefondisplay. Darauf weist die Polizei ausdrücklich hin.

Lieber auflegen, als sich auf ein Gespräch einzulassen

Wer sich auf die Betrüger einlässt, wird oft in langen Telefonaten manipuliert. Der Anrufer versucht, mit überzeugenden Geschichten das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. In allen Fällen fordern die Täter die Opfer massiv auf, Wertgegenstände und Bargeld zum eigenen Schutz an einen „Kollegen“ zu übergeben.

Die Betrüger seien überall in Deutschland aktiv. „Solche Anrufe werden uns beinahe täglich gemeldet“, berichtet Ramona Hörst von der Pressestelle des Präsidiums Recklinghausen. Wer die Nummer 110 im Display sehe, sollte auflegen und dann tatsächlich die 110 anrufen.

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