Immer weniger Katholiken - Pfarreien in Haltern und Marl sollen kooperieren

Dechant Michael Ostholthoff, Weihbischof Rolf Lohmann, Matthias Mamot und Irmgard Heimbach trafen sich mit Ehren- und Hauptamtlichen des Dekanats Lippe, um über den Strukturprozess im Bistum Münster zu sprechen.
Dechant Michael Ostholthoff (l.), Weihbischof Rolf Lohmann, Matthias Mamot und Irmgard Heimbach trafen sich mit Ehren- und Hauptamtlichen des Dekanats Lippe, um über den Strukturprozess im Bistum Münster zu sprechen. © Bischöfliche Pressestelle
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Michael Ostholthoff, Pfarrer von St. Sixtus Haltern und Dechant im Dekanat Lippe, hat in Marl an der Vorstellung der neuen Kooperation zwischen den drei Kirchengemeinden in Marl und Haltern teilgenommen, die von der Kirche offiziell als „pastoraler Raum“ bezeichnet wird. Bis zum Frühjahr 2023 sollen Überlegungen für einen Strukturprozess abgeschlossen sein, durch den sich das Bistum Münster für die Zukunft neu aufstellen will.

Zu Gesprächen im Marler Pfarrheim St. Josef versammelten sich die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Gremienvertreterinnen und -vertreter aus den Pfarreiräten und Kirchenvorständen der drei Pfarreien aus Haltern und Marl des Dekanats Lippe in getrennten Veranstaltungen. Vorgestellt wurde das neue Konzept von Weihbischof Rolf Lohmann, Matthias Mamot, Referent in der Hauptabteilung Seelsorge-Personal, und Pastoralreferentin Irmgard Heimbach. Sie bilden das Regionalteam für die Region der Kreisdekanate Recklinghausen, Kleve und Wesel.

Heimbach betonte zu Beginn, dass es erklärtes Ziel sei, auch künftig unter deutlich veränderten Rahmenbedingungen die Verkündigung des Evangeliums in der Fläche zu ermöglichen. Es gehe nicht um neue Zusammenlegungen von Pfarreien. Stattdessen sollen pastorale Räume geschaffen werden, in denen sich die weiterhin eigenständigen Pfarreien stärker vernetzen und zusammenarbeiten.

Nicht Mangel verwalten, sondern Zukunft gestalten

Basierend auf bisherigen Rückmeldungen zum Strukturprozess nannte sie die weiteren zentralen Felder des Prozesses: Leitungsformen, Freiwilligenmanagement, das Verhältnis Pfarrei zu seelsorglichen Aufgaben in Einrichtungen sowie die Rollen- und Aufgabenklärung.

„Wir brauchen künftig eine stärkere Zusammenarbeit der Pfarreien und der Teams“, sagte Weihbischof Lohmann angesichts von sinkenden Zahlen der Katholiken, des pastoralen Personals und der Kirchensteuereinnahmen. Es gehe jedoch nicht nur darum, einen Mangel zu verwalten, „sondern eine Pastoral der Zukunft zu gestalten vor dem Hintergrund des Mangels“. „Was vor Ort in den Pfarreien weiterhin möglich sein wird, hängt maßgeblich von den Menschen ab, die sich haupt- und ehrenamtlich engagieren“, ermutigte er.

Die Ausführungen des Regionalteams wurden bei der Veranstaltung unterschiedlich diskutiert. Angemahnt wurde sowohl von Haupt- als auch von Ehrenamtlichen, die künftige Seelsorge auch inhaltlich zu gestalten, statt den Blick zu sehr auf Strukturen zu richten. Fragen nach dem grundsätzlichen Zweck der neuen Strukturen und Bedenken, ob die Bedürfnisse der Menschen vor Ort ausreichend in den Blick genommen werden, wurden offen ausgesprochen.