So steht's um die Halterner Fischbestände

Gewässer

Stever, Lippe und die Halterner Stauseen sind seit vielen Jahren ein beliebtes Anglerrevier. 2012 hatte eine Untersuchung sogar neue Fischarten in Stadtmühlenbucht und Stausee nachgewiesen. Wir haben nachgehört, wie sich die Bestände seitdem entwickelt haben.

HALTERN

, 19.09.2017, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Angler Malte Mikusch mit einem Prachtexemplar von Hecht.

Angler Malte Mikusch mit einem Prachtexemplar von Hecht.

Damals wurden eigentlich untypische Arten wie Steinbeißer und Bachneunaugen entdeckt. Hartmut Pennekamp, Vorsitzender des Fischereivereins sagt, dass es diese Arten auch jetzt noch zu finden gibt. Aber der Kormoran ist ein arger Konkurrent.

Nach Angaben von Heidrun Becker, Sprecherin der Gelsenwasser AG, wurde der See im Jahr 2012 mit circa 17.000 Seeforellen und Rotfedern besetzt. Heidrun Becker: „Bis zu 15 Fischarten kommen in den Talsperren vor, davon sind zehn bis zwölf generell nachweisbar. Die Talsperre hat einen hohen Bestand an Raubfischen, unter denen aktuell die Barsche dominieren, die sich ohne Besatz vermehren. Rotaugen (Plötzen) und Brassen sind ansonsten die bestandsbildenden Hauptarten, die ebenfalls nicht nachbesetzt werden.“

Dass der Bestand an Friedfischen stark rückläufig ist, bestätigt auch Reinhold Köring. Der Geschäftsführer der Betriebssportgemeinschaft Angeln von Gelsenwasser mit rund 100 Mitgliedern ist davon überzeugt, dass größtenteils der Kormoran für den Schwund verantwortlich ist. „Er ernährt sich ausschließlich von Fisch, von dem er pro Tag bis zu einem halben Kilo verzehrt.“ Laut Köring habe sich der Vogel, der vor Jahren als fast ausgestorben galt, in Haltern explosionsartig vermehrt. „Durch das super klare Wasser finden die begabten Taucher ihre Beute sehr gut in tieferem Wasser“, sagt Köring.

Von den rund 50 000 Seeforellen, die Gelsenwasser in den Jahren 2012 bis 2016 (mit Ausnahme 2015) gemeinsam mit gezüchteten Hechten in großer Zahl nachbesetzt hat, sind den Anglern zufolge kaum Fische gefangen worden. „Die standen wohl beim Kormoran an erster Stelle der Speisekarte“, sagt Hartmut Pennekamp. Im Revier der Stadtmühlenbucht habe in den letzten Jahren noch keine Forelle am Haken gehangen. Dagegen seien Raubfische wie Wels und Hecht an der Tagesordnung beim Fang. „Aber letzte Woche haben wir sogar eine Schleie geangelt, das ist wirklich eine Seltenheit“, berichtet Pennekamp im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gelsenwasser besetzt die Talsperren regelmäßig vom Werk Haltern mit Hechten, früher auch mit Zander. Vom Zanderbesatz wird inzwischen abgesehen, da der Fisch sehr stark vom Kormoran bejagt wird. Stattdessen wird auf Seeforellen ausgewichen, die sich üblicherweise in größerer Tiefe aufhalten und daher besser vor dem Kormoran geschützt sind.

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