So wird die Tagesklinik für Psychiatrie arbeiten

Infoveranstaltung

Die Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie startet am 1. Januar 2015 im Sixtus-Hospital. Träger ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Damit Bürger sich ein Bild von dem Projekt machen konnten, gab es am Dienstagabend eine Informationsveranstaltung in der Cafeteria des Sixtus-Hospitals.

HALTERN

, 19.11.2014, 10:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sie stellten die neue Halterner Tagesklinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen und das Neubauprojekt vor:  Dr. Peter Wolff (künftiger Klinikleiter), Dr. Luc Turmes (Ärztlicher Direktor LWL-Klinik Herten), Andreas Hauke (KKRN-Geschäftsführer, zuständig für das Sixtus-Hospital), Heinz Augustin (Kaufmännischer Direktor, LWL) und  Uwe Braamt (Pflegedienstleiter, LWL).

Sie stellten die neue Halterner Tagesklinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen und das Neubauprojekt vor: Dr. Peter Wolff (künftiger Klinikleiter), Dr. Luc Turmes (Ärztlicher Direktor LWL-Klinik Herten), Andreas Hauke (KKRN-Geschäftsführer, zuständig für das Sixtus-Hospital), Heinz Augustin (Kaufmännischer Direktor, LWL) und Uwe Braamt (Pflegedienstleiter, LWL).

Die Arbeit der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie startet am 1. Januar 2015. Dr. Peter Wolff übernimmt die ärztliche Leitung, er wechselt dafür von der Tagesklinik Dorsten in seinen Wohnort Haltern. Zunächst starten er und ein Team aus Therapeuten und Sozialarbeiter mit Gruppentherapien für zehn Patienten, Mitte 2015 soll die Zahl der Patienten auf 20 erhöht werden. Die Tagesklinik ist zunächst auf der ehemaligen Station 7 im Altbau des Krankenhauses untergebracht. Von 8 bis 16 Uhr werden hier Männer und Frauen ab 18 Jahren behandelt, die unter anderem an Depressionen, Burn Out, Schizophrenie oder Phobien leiden. „Psychisch kranke Rechtsbrecher und Patienten mit Suchtproblemen werden in Haltern nicht behandelt“, versichert Dr. Luc Turmes, ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Herten.

Parallel mit der Arbeit auf der Station starten die Bauarbeiten für den vierstöckigen Neubau zwischen Krankenhaus-Altbau an der Sixtusstraße und Tagespflege des Caritasverbandes. Auf 800 Quadratmetern werden Therapie- und Diensträume eingerichtet. Hier soll dann zusätzlich eine Ambulanz für psychisch kranke Kinder und Jugendliche das Angebotsspektrum ergänzen. Heinz Augustin, kaufmännischer Direktor der allgemeinpsychiatrischen LWL-Kliniken in Herten und Bochum sowie der Maßregelvollzugsklinik Herne, rechnet mit der Fertigstellung im Oktober 2016.

Von 37.000 Einwohnern Halterns leiden 4500 an psychischen Erkrankungen, zitiert Dr. Turmes aus einer statistischen Erhebung. Nur etwa zehn Prozent nehmen tatsächlich Hilfe in Anspruch. Bis zu einer Therapie vorzudringen, dauert es allerdings auch lange. Weil es große Lücken im Versorgungssystem gibt, vergehen bis zu einem ersten Gespräch mit dem leitenden Mediziner mitunter zwei Monate. Über durchschnittlich acht Wochen, manchmal auch länger, erstrecken sich die Therapien.  Gerade laufen, so Dr. Peter Wolff, die Gespräche mit den zehn Patienten, die in der Halterner Tagesklinik auf eine erfolgreiche Behandlung hoffen. Sie müssen so stark sein, dass sie außerhalb der Therapiezeiten ihren Alltag organisieren können. Denn sie gehen um 16 Uhr wieder nach Hause und verbringen Abend, Nacht und Wochenenden in gewohnter häuslicher Umgebung. Psychische Erkrankungen seien immer noch mit einem Stigma belegt: „Information ist das beste Mittel gegen Unkenntnis“, sagt  Dr. Wolff.

Gruppenpsychotherapie und Psychoedukation, Ergo- und Kreativtherapie, soziales Kompetenztraining und Bewegungstherapie – verschiedene Behandlungsmodule helfen den ambulanten Patienten, ihre Krankheit zu verstehen und Möglichkeiten mit ihrem Umgang zu entwickeln. So ist es in Dorsten, wo ebenfalls eine LWL-Tagesklinik ans Elisabeth-Krankenhaus angedockt ist, so wird es auch in Haltern sein. Andreas Hauke, Geschäftsführer der Katholischen Krankenhäuser Ruhrgebiet-Nord,  steht zu der Entscheidung: „Das ist nun ein weiterer Baustein, um das breite Leistungsspektrum des Sixtus-Hospitals innerhalb des Klinikverbundes Ruhrgebiet-Nord zu ergänzen und den Standort zu stärken.“ Weitere (gebührenpflichtige) Parkplätze wird es auch geben.

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